Stuttgart, bevor Hitler sagte: "Wir werden Ihre Städte ausradieren" und nachher ....
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Warum bringe ich heute diese Fotografien, die aus einer Broschüre aus dem Verlag "Stuttgarter Leben" sind.
Aus dem Grunde, weil ich auf einer Blogseite als Kommentar gelesen habe,
"ich wußte gar nicht, dass Deutschland so zerstört war"
Das hat mich doch zum Nachdenken gebracht, ich weiß nicht, wie alt diese Kommentatorin ist, aber sowas zu schreiben, das hat mich doch wirklich umgehauen.
Hat das was mit Bildung zu tun?
Es gibt soviele Bücher, es gibt Filmberichte usw. usw.
Da muß man sowas nicht schreiben, oder doch?
Auch habe ich in letzter Zeit immer von Syrien gelesen, dass das Land kaputt ist, das war Deutschland auch und unsere Großeltern oder Eltern haben das Land wieder aufgebaut. Ich denke nur an die Trümmerfrauen. Aber, dass man das komplett ausblenden kann, das erschließt sich mir nicht.
Nach Deutschland und auch nach Stuttgart und die Umgegend kamen viele Flüchtlinge, es war alles zerstört und man bekam in sein Haus oder seine Wohnung Einquartierungen. Meine Oma und der Opa bekamen in ihren Hof eine Einquartierung einer Familie aus Bessarabien. Während des Krieges hatten sie Ukrainer als Fremdarbeiter auf dem Hof, darüber möchte ich aber nichts schreiben.
Diese Flüchtlinge (später bekamen sie dann Lastenausgleich, wobei manche dann auch viele Dinge erfunden haben, die gar nicht gestimmt haben) bekamen aber keine Starthilfe von der Regierung, sie arbeiteten bei der Oma auf dem Bauernhof und später bekamen sie dann auch eine kleine Wohnung in Cleversulzbach und arbeiteten auch dort sehr hart und sie konnten sich dann auch noch ein Haus bauen. Das waren aber nicht die einzigen Flüchtlinge. Meine Oma und auch der Opa gaben immer, wenn Menschen nach Cleversulzbach kamen und nach Essen fragten, diesen Menschen etwas.
Sie wollten nichts dafür haben, denn Oma und Opa dachten, dass es ihnen gut geht und da kann man schon was abgeben. Aber ich habe noch den Topasanhänger, den meine Oma von einer Frau bekommen hat.
Heute sage ich immer wieder, wenn wir die Großeltern nicht gehabt hätten, hätte meine Famiie nicht überlebt.
Flüchtlinge waren nicht gerne gesehen, vor allem nicht in der Stadt. Ich sehe es so, dass die Leute eben meinten, das Wenige, das sie noch haben, wird ihnen auch noch weggenommen.
Meine Schulfreundin in der Grundschule, die Edeltraut, sie kam in Stuttgart auf die Welt, hatte eine Oma und eine Mutter, die mit dem Treck auf dem Haff (weiß das heute noch jemand, was das ist?) geflüchtet sind. Ich habe der Oma immer wieder zugehört, wenn sie davon erzählt hat.
Sie kamen aus Hinterpommern und diese Erzählungen, die waren so schlimm, dass ich mir als Kind nicht vorstellen konnte, wie man hier in den Januartagen des Jahres 1944 das durchmachen konnte. Das kann auch kein Film rüberbringen. Über das zugefrorene Haff zu flüchten, ständig Flugangriffen ausgesetzt zu sein. Angst zu haben, dass das Eis bricht, es ist unglaublich, sowas mitzumachen und diese Flüchtlinge waren sicherlich auch traumatisiert, waren dankbar, dass sie in Sicherheit waren und dass sie - wenn auch nicht gerne - aufgenommen wurden. Geschafft und gespart haben und viele sind dann doch zu einem gewissen Reichtum gekommen.
Leider sind diese Zeitzeugen auch schon gestorben und die Jungen haben von all dem keine Ahnung, leider!
Ich weiß, dass Stuttgart nicht die einzige Stadt in Deutschland war, die bombadiert wurde. Herr Harris hat zusammen mit Herrn Churchill gute Arbeit geleistet.
Bomber Harris war spezialisiert darauf Bomben auf Altstädte zu werfen:
"Altstädte brennen gut",
klar brennen die gut, da gabs ja auch keine Abstände zu den Häusern und der Feuerüberschlag war gegeben.
Ich kenne mich in unserer jüngeren und auch dunklen Geschichte sehr gut aus, hatte auch Lehrer und einen Vater, die mir das gut vermittelt haben.
Ich habe eine Schwester, die 1935 geboren wurde, hatte eine Mutter, eine Oma und auch eine Schwiegermutter die das alles mitgemacht haben.
Meine Schwester, die Oma und meine Mutter haben von Cleversulzbach den schweren Bombanangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 gesehen.
Sie haben gesehen, wie die Bomber ihre Christbäume gesetzt haben und dann meinte die Oma: "Jetzt gehts uf Heilbronn ra".
Über Heilbronn und seine Zerstörung habe ich HIER schon mal berichtet und es gab nicht nur in Dresden schwere Angriffe, Hamburg, Köln, Frankfurt usw. sondern in vielen anderen Städten, Darmstadt z.B. da hat mir mal ein Freund eine ganz interessante Geschiche erzählt.
Kurz vor dem Bombenangriff am 11./12. September 1944 "befahl" sein Vater seiner - kurz vor der Niederkunft befindlichen - Frau aus Darmstadt auf das Land zu gehen, sonst wäre der Hans nicht auf der Welt.
Das Rathaus in Heilbronn und die Kilianskirche waren lange zerstört, das habe ich noch, wenn ich mit der Oma in Heilbronn war, gesehen.
Auszug aus Wikipedia
- Uhrzeit: Der Angriff begann um 19:18 Uhr und dauerte nur 37 Minuten. [1]
- Streitkraft: 283 britische Lancaster-Bomber der Royal Air Force waren im Einsatz. [1]
- Bombenlast: Es wurden rund 830,5 Tonnen Sprengbomben und 430,3 Tonnen Brand- sowie Markierungsbomben abgeworfen. [1]
- Auswirkungen: Durch die eng bebaute Fachwerkkulisse entstand ein verheerender Feuersturm. Etwa 62 Prozent der Stadt und die gesamte historische Kernstadt (auf einer Fläche von ca. 2,5 x 2 Kilometern) wurden völlig zerstört. [1, 2, 3]
- Opferzahlen: Mehr als 6.500 Menschen (darunter rund 1.000 Kinder) starben, ganze Familien wurden ausgelöscht. Die Einwohnerzahl sank infolgedessen drastisch von rund 77.000 (1939) auf etwa 47.000 (1945).
Nun aber ein paar Bilder von Stuttgart, die Broschüre wurde im Jahr 1945 von der Amerikanischen Militärregierung herausgeben. Die Bilder sind von Adolf Lazi, H. Weizäcker und aus dem Archiv.
Das Büchlein kostete damals 1,50 Reichsmark.
Die Broschüre ging familiär durch viele Hände und ist zerlesen, ich habe sie notdürftig wieder in Ordnung gebracht.
Ich wurde schon gefragt, ob ich die Broschüre nicht verkaufen würde.
Nein, mache ich nicht, aber was dann nach meinem Tod damit passiert, das weiß ich auch nicht.
Aber, dass man schreibt, "ich wußte gar nicht, dass Deutschland so zerstört war", das ist etwas, an dem ich lange zu kauen habe,
genauso wie der Kommentar einer Bloggerin, "Stuttgart mit Nachkriegsbauten".
Leute, wenn man keine Ahnung hat, sollte man die Gosch halten.
Hier das Kaufhaus Breuninger mit der Leonhardskirche und der Kreuzigungsgruppe von Hans Seyer aus dem Jahr 1501.
Das wertvolle Original wurde 1905 in die Hospitalkirche versetzt.
Die Kopie wurde 1889 von Reichelt erschaffen.
Die Fotos haben, so wie die Broschüre eben auch gelitten. Ich habe nicht sehr viel daran bearbeitet. Ich habe sie so gelassen und das finde ich auch in Ordnung.
Steinhaufen, Mauern und Fassaden.
Das neue Schloß wurde erst am 6. November 1959 neu eröffnet. Ich kenne es noch zerstört.
Die Stiftskirche im friedlichen Lichterglanz
zerbrochen sind die Wahrzeichen Stuttgarts
Blick über den Hof des Neuen Schlosses
Nur das schwäbische Wappentier, der Hirsch, ist heil.
Im Hof des Alten Schlosses
blutet der schwäbische Ritter und seine Umgebung
Die Hauptstätter Straße, Mittelpunkt einer sauberen Altstadt.
Zertrümmert und verbrannt, wie fast die ganze Stadt.
Der Schloßplatz und der Königsbau, der Mittelpunkt einer friedlichen Stadt
Auch ihn kenne ich zerstört und wir haben sogar zwischen den Säulen gespielt.
Die Geschichte von der Decke, die die SS dagelassen hat, die schreibe ich auch einmal.
Mein Vater hat keinen Hehl draus gemacht, dass er die Nazis nicht mochte, wurde auch hier seines Amtes enthoben, degradiert und als Inspektor bei der LVA in Stuttgart eingesetzt.
Da geht der ganze Sonntag drauf.




























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