Mein Motto: NO RISK NO FUN!
Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör's euch! *Rainer Maria Rilke*
Katzen sind die rücksichtsvollsten und aufmerksamsten Gesellschafter, die man sich wünschen kann. *Pablo Picasso*
Ich bin ein Katzenfan und ich hätte gerne eine Katze, doch ist mir hier doch meine Wohnung wichtiger. Deshalb habe ich keine, aber ich mag Katzen und fast jede Katze kommt unterwegs zu mir, wenn ich sie locke und sie schmeicheln mir um die Beine. Es ist ein so schönes Gefühl. *Eveline Heyden*
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*

Stuttgart, bevor Hitler sagte: "Wir werden Ihre Städte ausradieren" und nachher ....

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 Warum bringe ich heute diese Fotografien, die aus einer Broschüre aus dem Verlag "Stuttgarter Leben" sind.

Aus dem Grunde, weil ich auf einer Blogseite als Kommentar gelesen habe, 

"ich wußte gar nicht, dass Deutschland so zerstört war"

Das hat mich doch zum Nachdenken gebracht, ich weiß nicht, wie alt diese Kommentatorin ist, aber sowas zu schreiben, das hat mich doch wirklich umgehauen. 

Hat das was mit Bildung zu tun? 
Es gibt soviele Bücher, es gibt Filmberichte usw. usw. 
Da muß man sowas nicht schreiben, oder doch?

Auch habe ich in letzter Zeit immer von Syrien gelesen, dass das Land kaputt ist, das war Deutschland auch und unsere Großeltern oder Eltern haben das Land wieder aufgebaut. Ich denke nur an die Trümmerfrauen. Aber, dass man das komplett ausblenden kann, das erschließt sich mir nicht. 

Nach Deutschland und auch nach Stuttgart und die Umgegend kamen viele Flüchtlinge, es war alles zerstört und man bekam in sein Haus oder seine Wohnung Einquartierungen. Meine Oma und der Opa bekamen in ihren Hof eine Einquartierung einer Familie aus Bessarabien. Während des Krieges hatten sie Ukrainer als Fremdarbeiter auf dem Hof, darüber möchte ich aber nichts schreiben. 

Diese Flüchtlinge (später bekamen sie dann Lastenausgleich, wobei manche dann auch viele Dinge erfunden haben, die gar nicht gestimmt haben) bekamen aber keine Starthilfe von der Regierung, sie arbeiteten bei der Oma auf dem Bauernhof und später bekamen sie dann auch eine kleine Wohnung in Cleversulzbach und arbeiteten auch dort sehr hart und sie konnten sich dann auch noch ein Haus bauen. Das waren aber nicht die einzigen Flüchtlinge. Meine Oma und auch der Opa gaben immer, wenn Menschen nach Cleversulzbach kamen und nach Essen fragten, diesen Menschen etwas.

Sie wollten nichts dafür haben, denn Oma und Opa dachten, dass es ihnen gut geht und da kann man schon was abgeben. Aber ich habe noch den Topasanhänger, den meine Oma von einer Frau bekommen hat. 
Heute sage ich immer wieder, wenn wir die Großeltern nicht gehabt hätten, hätte meine Famiie nicht überlebt. 

Flüchtlinge waren nicht gerne gesehen, vor allem nicht in der Stadt. Ich sehe es so, dass die Leute eben meinten, das Wenige, das sie noch haben, wird ihnen auch noch weggenommen. 

Meine Schulfreundin in der Grundschule, die Edeltraut, sie kam in Stuttgart auf die Welt, hatte eine Oma und eine Mutter, die mit dem Treck auf dem Haff (weiß das heute noch jemand, was das ist?) geflüchtet sind. Ich habe der Oma immer wieder zugehört, wenn sie davon erzählt hat. 

Sie kamen aus Hinterpommern und diese Erzählungen, die waren so schlimm, dass ich mir als Kind nicht vorstellen konnte, wie man hier in den Januartagen des Jahres 1944 das durchmachen konnte. Das kann auch kein Film rüberbringen. Über das zugefrorene Haff zu flüchten, ständig Flugangriffen ausgesetzt zu sein. Angst zu haben, dass das Eis bricht, es ist unglaublich, sowas mitzumachen und diese Flüchtlinge waren sicherlich auch traumatisiert, waren dankbar, dass sie in Sicherheit waren und dass sie - wenn auch nicht gerne - aufgenommen wurden. Geschafft und gespart haben und viele sind dann doch zu einem gewissen Reichtum gekommen. 

Leider sind diese Zeitzeugen auch schon gestorben und die Jungen haben von all dem keine Ahnung, leider!

Ich weiß, dass Stuttgart nicht die einzige Stadt in Deutschland war, die bombadiert wurde. Herr Harris hat zusammen mit Herrn Churchill gute Arbeit geleistet. 

Bomber Harris war spezialisiert darauf Bomben auf Altstädte zu werfen:

"Altstädte brennen gut", 

klar brennen die gut, da gabs ja auch keine Abstände zu den Häusern und der Feuerüberschlag war gegeben. 

Ich kenne mich in unserer jüngeren und auch dunklen Geschichte sehr gut aus, hatte auch Lehrer und einen Vater, die mir das gut vermittelt haben. 

Ich habe eine Schwester, die 1935 geboren wurde, hatte eine Mutter, eine Oma und auch eine Schwiegermutter die das alles mitgemacht haben. 

Meine Schwester, die Oma und meine Mutter haben von Cleversulzbach den schweren Bombanangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 gesehen. 

Sie haben gesehen, wie die Bomber ihre Christbäume gesetzt haben und dann meinte die Oma: "Jetzt gehts uf Heilbronn ra".

Über Heilbronn und seine Zerstörung habe ich HIER schon mal berichtet und es gab nicht nur in Dresden schwere Angriffe, Hamburg, Köln, Frankfurt usw. sondern in vielen anderen Städten, Darmstadt z.B. da hat mir mal ein Freund eine ganz interessante Geschiche erzählt.

 Kurz vor dem Bombenangriff am 11./12. September 1944 "befahl" sein Vater seiner - kurz vor der Niederkunft befindlichen - Frau aus Darmstadt auf das Land zu gehen, sonst wäre der Hans nicht auf der Welt. 

 Das Rathaus in Heilbronn und die Kilianskirche waren lange zerstört, das habe ich noch, wenn ich mit der Oma in Heilbronn war, gesehen. 

 

Auszug aus Wikipedia 

Der Angriff am 4. Dezember 1944
  • Uhrzeit: Der Angriff begann um 19:18 Uhr und dauerte nur 37 Minuten. [1]
  • Streitkraft: 283 britische Lancaster-Bomber der Royal Air Force waren im Einsatz. [1]
  • Bombenlast: Es wurden rund 830,5 Tonnen Sprengbomben und 430,3 Tonnen Brand- sowie Markierungsbomben abgeworfen. [1]
  • Auswirkungen: Durch die eng bebaute Fachwerkkulisse entstand ein verheerender Feuersturm. Etwa 62 Prozent der Stadt und die gesamte historische Kernstadt (auf einer Fläche von ca. 2,5 x 2 Kilometern) wurden völlig zerstört. [1, 2, 3]
  • Opferzahlen: Mehr als 6.500 Menschen (darunter rund 1.000 Kinder) starben, ganze Familien wurden ausgelöscht. Die Einwohnerzahl sank infolgedessen drastisch von rund 77.000 (1939) auf etwa 47.000 (1945). 

Nun aber ein paar Bilder von Stuttgart, die Broschüre wurde im Jahr 1945 von der Amerikanischen Militärregierung herausgeben. Die Bilder sind von Adolf Lazi, H. Weizäcker und aus dem Archiv. 

Das Büchlein kostete damals 1,50 Reichsmark. 

 Die Broschüre ging familiär durch viele Hände und ist zerlesen, ich habe sie notdürftig wieder in Ordnung gebracht. 

Ich wurde schon gefragt, ob ich die Broschüre nicht verkaufen würde. 
Nein, mache ich nicht, aber was dann nach meinem Tod damit passiert, das weiß ich auch nicht. 

Aber, dass man schreibt, "ich wußte gar nicht, dass Deutschland so zerstört war", das ist etwas, an dem ich lange zu kauen habe,

 genauso wie der Kommentar einer Bloggerin, "Stuttgart mit Nachkriegsbauten".

Leute, wenn man keine Ahnung hat, sollte man die Gosch halten.  


Hier das Kaufhaus Breuninger mit der Leonhardskirche und der Kreuzigungsgruppe von Hans Seyer aus dem Jahr 1501.
Das wertvolle Original wurde 1905 in die Hospitalkirche versetzt. 

Die Kopie wurde 1889 von Reichelt erschaffen.  

Die Fotos haben, so wie die Broschüre eben auch gelitten. Ich habe nicht sehr viel daran bearbeitet. Ich habe sie so gelassen und das finde ich auch in Ordnung.  

Blick vom Bahnhofsturm 
  

Blick auf Ruinen und ausgebrannte Bauten 

Die schönen Giebelhäuser am Marktplatz


von Bomben und Feuer zerstört. 


    Neues Schloß und Kunstgebäude


Steinhaufen, Mauern und Fassaden.

Das neue Schloß wurde erst am 6. November 1959 neu eröffnet. Ich kenne es noch zerstört. 

Die Stiftskirche im friedlichen Lichterglanz  

 
zerbrochen sind die Wahrzeichen Stuttgarts 


Die Hohe Karlsschule oder auch Akademie 
 
steht nicht mehr. Aber Schillers Geist lebt wieder.
Wer sich mit Schiller auskennt, weiß auch, was die Hohe Karlsschule war.  


Blick über den Hof des Neuen Schlosses
 

Nur das schwäbische Wappentier, der Hirsch,  ist heil.



Im Hof des Alten Schlosses 




blutet der schwäbische Ritter und seine Umgebung


Die Hauptstätter Straße, Mittelpunkt einer sauberen Altstadt. 

Zertrümmert und verbrannt, wie fast die ganze Stadt. 



Der Schloßplatz und der Königsbau, der Mittelpunkt einer friedlichen Stadt


Königsbau, Marquardt und Olgabau nach der Katastrophe.
1958/1959 wurde der Königsbau wieder aufgebaut. 
Auch ihn kenne ich zerstört und wir haben sogar zwischen den Säulen gespielt. 


 

Ich habe noch mehr Fotos, aber das wird wohl reichen, damit man einen kleinen Überblick bekommen. 
 
Als nächstes werde ich eine Zeitschrift zeigen, die für die Bundesgartenschau 1939 herausgegeben wurde. Doch ich habe noch viele Dinge von Stuttgart aus der Zeit. 
Mein Vater hat dies alles aufgehoben. 
 
Noch etwas, ich kann es nur immer wieder schreiben, meine Familie war nie von dieser Zeit angetan. Mein Opa, der Bürgermeister von Cleversulzbach war, schon gar nicht. Auch nicht, als sich die SS auf seinem Bauernhof einquartiert hat.  

Die Geschichte von der Decke, die die SS dagelassen hat, die schreibe ich auch einmal.  
 
Meine Mutter war ja mit ihren Kindern während des Krieges und als mein Vater im Gefängnis in Torgau war, bei den Eltern in Cleversulzbach. Meine Schwester sagt immer wieder, dass das Leben auf dem Lande ein wenig anders war, als in der Stadt. 
Das kam natürlich immer drauf an, wer hier das SAGEN hatte.  
 
Da mein Vater nie nachweisen konnte, wer sein Vater war, nahm man an, dass er von einem Juden aus Frankfurt abstammt, da seine Mutter hier im Haushalt tätig war.
 
Er wurde seines Amtes als Bürgermeister in Pfedelbach enthoben und erst  nach "Eides Statt" seiner Mutter, dass er kein Jude ist, wieder in Langenburg als Bürgermeister eingesetzt. Auch dort waren die Herrschaften vom Schloß usw. Nazis, wie alle Adligen zu dieser Zeit auch. Berichtet habe ich schon oft darüber. 
Interessant ist es, dass in Langenburg noch immer Straßen nach diesem Erznazi als Fürst benannt sind.  
 
Mein Vater hat keinen Hehl draus gemacht, dass er die Nazis nicht mochte, wurde auch hier seines Amtes enthoben, degradiert und als Inspektor bei der LVA in Stuttgart eingesetzt. 
Auch hier gab er keine Ruhe und kam dann im das Gefängnis in Ulm und Berlin Moabit, dort saß ja später Erich Mielke, nach der Festung Torgau gebracht. 

Zum Tode durch Erschießen verurteilt und hatte zwei Jahre psychischen Terror. 
Ich habe hier auch schon drüber berichtet. 
Ich habe soviele Dokumene aus dem Archiv in Ludwigsburg, ich könnte Bücher schreiben.  
 
Schade ist, dass viele das nicht mehr wissen und auch keine Zeitzeugen mehr da sind. 
 
Und Herr Pistorius möchte ja, dass Deutschland bis 2029 kriegstüchtig ist.
 
DA bin ich mal gespannt, wo er die Leute für den Wehrdienst hernehmen will. 
 
Die jungen Leute drehen ja jetzt schon durch, wenn sie gemustert werden sollen, viele sind auch psychisch krank.  
 
Berichtet habe ich auch HIER über diese Zeit.  
 
 
Morgen pausiere ich, ich muß mit meiner Schwester Anträge zur Pflege ausfüllen. 
Da geht der ganze Sonntag drauf.  
 
Nun habe ich aber noch etwas, was ich auch schon vorgestellt habe. 
 
Der Fall von Berlin vom Schostakowitch
 
 
Oder aber auch die Leningrader von Schostakowitch.   
 


 

Kommentare

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Kommentare, die nichts mit dem jeweiligen Post zu tun haben, lasse ich nicht mehr zu.
Auch so lapidare Kommentare, die dazu dienen, dass man die Seite des Kommentators anklickt, wie "ich war schon lange nicht mehr hier" lasse ich ebenfalls nicht mehr zu, weil des koin Kommentar isch, sondern a Mischt."
Mir wäre das wirklich zu blöd, sowas zu schreiben.