„Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.“ *John F. Kennedy*

„Der Sinn unseres Lebens ist der Weg und nicht das Ziel.“*Arthur Schnitzler*

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Fluchttreppenhäuser am Pragsattel in Stuttgart

Werbung wegen Verlinkungen und Ortsnamensnennungen, verschiedene Bilder enthalten Werbeaufschriften. Dies könnte auch Werbung sein.




Stuttgarts Pragsattel ist die am dichtesten frequentierte Kreuzung Stuttgarts und chronisch überlastet. Hier treffen drei Bundesstraßen (B27, B10, B295) aufeinander, 110 000 Fahrzeuge passieren nach Angaben der Stadt täglich den nördlichen Stadteingang, das Nadelöhr zwischen dem Zentrum und den Stadtteilen Feuerbach und Zuffenhausen. Ob man von Norden, etwa von der Autobahn kommt und in die Innenstadt oder nach Bad Cannstatt will, oder man weiter nach Südwesten beispielsweise in Richtung Esslingen muss, der Pragsattel lässt sich kaum umgehen. Um die regelmäßig auftretenden Staus zu reduzieren, wurde der Pragsattel durchstochen: Dank eines neuen Tunnels von 720 Metern Länge kann nun der Verkehr der B 10, das entspricht 45 000 Fahrzeugen am Tag, unter der Kreuzung hindurchgeführt werden. Dennoch können weitere, stadtplanerische Vorschläge zur Verbesserung der Situation an dieser Stelle schwer überzeugen: Die Logik und Wucht des Verkehrs unterminieren alle Versuche, die Kreuzung so in ihr Umfeld zu integrieren, dass ein zusammenhängendes Stück Stadt entstünde. Das aber wäre nötig, denn Wohngebiete werden über dieses Nadelöhr untereinander und mit dem Zentrum verbunden. An der Straßenbahnhaltestelle Pragsattel halten vier Linien, in direkter Nähe liegt das Theaterhaus, dessen Konzerte und Aufführungen Besucher aus der ganzen Region anlocken. Durch die topografische Lage des Sattels bieten sich weite Blicke ins Land, der bis in die Innenstadt reichende Park grenzt im Süden an, im Norden liegt ein Hang mit Weinbergen.
Wer über die Prag fährt, dem fallen hier diese roten Bauwerke auf. Es sind sogenannte Fluchttreppenhäuser für das Tunnel und auch ein Lüftungbauwerk, 




die stark in den Vordergrund treten. Auf den Fluchttreppenhäusern ist die Industrieverglastung übergroß, das den Fluchtweg anzeigende Piktogramm ist seriell aufgedruckt, der Schriftzug "B 10 Technik" auf diesem Bauwerk verweist auf dessen Nutzung. 

Übrigens ist die ganze Prag ein einziger Schilderwald. 






Diese Bauwerke sind auch bei Nacht präsent, da sie ein ganz besonderes Lichtkonzept haben. 
 Manchmal holt mich manches Bauwerk in Stuttgart schon wieder ein und ich freue mich schon, wenn ich sagen kann, das hast du mit bearbeitet. 
Ein wenig stolz bin ich schon drauf und ich war zwar in meiner beruflichen Laufbahn immer beim selben Arbeitgeber, aber nie auf demselben Amt. Ich wollte mich immer weiterentwickeln. 












Durch all dieses wird aber weder der Lärm noch die Abgase vermindert. Wer, wie ich hier am Freitag zu Fuß und am Sonntag mit dem Rad steht und Aufnahmen macht, muß schon aufpassen. Es gibt zwar Ampeln um die Straßen zu überqueren, aber man sollte nicht zu dicht am Straßenrand warten. Die Autos rasen vorbei.
Oberhalb siehst du auch das alte Robert-Bosch-Krankenhaus. 



Eröffnet wurde es 1940 durch Robert Bosch in der Hahnemannstraße 1. Nach Kriegsende begannen aber - da die Gegebenheiten nicht mehr ausreichten - die Planungen für ein neues Haus auf der Bergheide, das 1973 eingeweiht wurde. Es war eines der modernsten Krankhäuser überhaupt und ich wurde dort, nach meinem Unfall 1976, eingeliefert. Heute würde man vieles bei mir anders machen, aber es ändert sich eben vieles. 

Das alte Robert-Bosch-Krankenhaus ist heute der Sitz der Polizeidirektion Stuttgart.  Dort befindet sich auch das Polizeimuseum, das ich am Freitag besichtigt habe, hier folgt noch ein kleiner Bericht. Also es wird nicht langweilig. :-))!!!


In das alte Robert-Bosch-Krankenhaus wurde ich im Jahr 1958 eingeliefert, weil ich von einem Pferd in die Hand gebissen wurde. Ich war schon selbst schuld, aber es hat schon sehr weh getan und man dachte, die Finger wären gebrochen. Seither ist meine Liebe zu Pferden etwas zwiespältig. 
Doch bevor ich zum Schluß komme, möchte ich dir auch sagen, warum der Pragsattel so heisst. 

Der Name Prag hat im Sinne des Pragsattels nichts aber auch gar nichts mit der Stadt Prag zu tun. Der Name kommt aus dem keltischen Wort "barg". Das heisst "Anhöhe" oder auch "Nacken". Die Prag ist berühmt, weil hier im Jahre 1738 Jud Süß hingerichtet wurde und sein Skelett über
 7 Jahre an einem Galgen im Käfig hing. Diese Geschichte erzähle ich aber ein anderes Mal, wenn ich das Buch vorstellen. 

1292 erfolgte die erste urkundliche Ewähnung 
"Bri et Brage". 
Es besteht wohl ein Zusammenhang mit dem zweitausend Jahre alten Prag-Pass (heutiger Pragsattel, von oben gesehen sieht es tatsächlich aus wie ein Sattel) der schon in der Römerzeit ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt von Straßburg über Pforzheim zum Castell Cannstatt (das heutige Römerkastell, das zeige ich dir auch noch) große Bedeutung erlangte.  




Kurz noch die Geschichte des Bunkers auf der Prag.
BW 116 Pragbunker

Diesen Hochbunker am Pragsattel kennt wohl jeder, der über die Prag schon gefahren ist. 
Er wird auch wegen seiner Werbung auch Bosch-Turm genannt. BW 116 ist schon von weitem zu sehen. 
Auf dem Dach befinden sich noch heute Überreste einer Flakstellung. Es sollen hier drei 2,0 cm Geschütze gestanden sein. Führungen werden angeboten, vielleicht mache ich mit dir mal eine Führung. 
Der Bunker wurde von dem Architekten Paul Bonatz entworfen und ging 1942 in Betrieb. Während des Krieges wurde der Bunker getroffen. Als Männerwohnheim diente er nach dem Krieg und 135 Personen konnten in 35 Räumen untergebracht werden. 1964 wurde der Bunker dann dem Zivilschutz unterstellt und für den Kalten Krieg zum Schutz vor ABC Waffen umgebaut. Installiert wurde auch eine Meßstelle für Radioaktivität.


Dieser Post geht an Annes, ich sehe Rot und ist nur ein kleiner Teil meiner Fahrradtour am Sonntag. Hier konnte ich mal wieder so richtig aus dem Vollen schöpfen und bin 
79 Kilometer geradelt. Es war so richtig toll und es hat alles gepasst. Schau heute Abend einfach mal rein. 


Information und Quelle:
Bauherr: Landeshauptstadt Stuttgart, vertreten durch das Tiefbauamt, Klaus Hofmann Architekten: Scala Esefeld & Prof. Nagler Freie Architekten BDA, dwb Stadtplaner SRL Mitarbeiter: Michael Bär, Sayman Bostanci, Dubravko Tomac Generalplanung: Ingenieurbüro Vössing, Stuttgart Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Vössing, Stuttgart / Leonhardt, Andrä und Partner, Stuttgart (Architekturelemente) Bruttorauminhalt (Tunnelröhren): 220 000 m³ Baukosten Architekturelemente: 1 Mio Euro (gesamt: 95 Mio Euro) Bauzeit: 2002– 2007
  • Beteiligte Firmen: Metallfassaden (»Scheibe«, Löwentor, Fluchttreppenhäuser, Technikbox): Diedtmann, Stuttgart, mit Haver Boecker, Oelde (Edelstahlgewebe) Industrieglas Fluchttreppenhäuser: Roleff, Altbach

Kommentare

  1. Guten Morgen liebe Eva,
    sehr interessante Gebäude zeigst Du heute!
    Ich wünsche Dir einen schönen un freundlichen Wochenteiler!
    ♥️ Allerliebste Grüße,Claudia ♥️

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen Eva!
    Es wäre lieb, wenn du deinen Beitrag immer in das dafür vorgesehene Projekt "Ich seh rot" setzen könntest. So entgehst du evtl. allen anderen Teilnehmern., die vielleicht auch einen Blick bei dir reinsetzen wollen.
    Ähm...sind diese Fluchtreppen erstmal in der Landschaft nur abgestellt oder bleiben die so stehen? Das verschandelt schon so ziemlich den Blick auf die Landschaft. Und wenn ich das richtig erkannt habe, sind dahinter Weinberge, oder?


    Danke, dass du wieder bei meinem Projekt dabei warst!

    Liebe Grüße

    Anne

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    Antworten
    1. Sodele , ich habe meinen Beitrag jetzt richtig bei dir eingesetzt.
      Diese Fluchtreppenhäuser braucht man einfach und das Rot soll auch drauf hinweisen.
      Ein Tunnel braucht nun mal Fluchtwege und braucht auch eine Belüftung.
      Ich denke mal, wenn man baulich damit zu tun hat, sieht man das etwas anderes.
      Vom architektonischen finde ich es wunderbar gelöst.
      Ich habe ja geschrieben, dass an der Prag DREI Bundesstraßen zusammentreffen und,
      wenn es nach mir ginge, würde man in die Innenstadt nur noch per Fahrrad bzw.
      den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen. Aber wie ich geschrieben habe, ist die Prag ja sehr stark requentiert und JEDER will nun mal mit dem Auto in die Stadt un weiter und ohne Rettungswege im Tunnel geht es einfach nicht. Diese Treppenhäusen sind nun mal so konzipiert und müssen sein, ob sie nun schön sind oder nicht. Sie sind zweckmäßig und sicher und das ist nun mal nicht immer schön. Flucht- und Rettungswege sind nun mal nicht immer schön. Aber sie müssen nun mal sein.
      Lieben Gruß Eva

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  3. Liebe Eva,
    was für ein spannender und interessanter Bericht über ein außergewöhnliches Bauwerk.
    Deine Bilder machen das ganze noch besonders deutlich. Danke ♥
    Hab einen feinen Mittwoch, ich schicke Dir besonders liebe Grüße
    moni

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    1. Liebe Moni, diese Kreuzung ist nun mal nicht sooo schön und dass diese Treppenhäuser hier stehen hat auch seinen Grund. Darin steckt auch jede Menge Technik, die untergebracht werden muß. Für einen Laien wirklich schwer verständlich, ginge mir auch so.
      Ich wollte aber nur auch mal zeigen, was so eine Autoverkehr anrichten kann.
      Jeder spricht von Umweltschutz und keiner mag auf sein Auto verzichten. Ich bin heute mit dem Rad nach Ludwigsburg gefahren, bin auch nass geworden, jetzt ist es ja wieder schön. Wir haben noch keinen Berufsverkehr und doch war die B27 derart stark befahren. Nicht nur von Lastwagen und Kleintransportern, nein von normalen PKW´s mit meist einer Person und das waren meist Frauen.
      Ich bin z.B. generell für ein Sonntagsfahrverbot. Aber da komme ich wohl nicht durch.
      :-)))))!!!
      LG Eva

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