Tour zum Pragfriedhof. zur Villa Weißenburg und zur Villa Berg
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Heute wieder eine Tour, die ich im Rahmen des Stadtradelns hinter mich gebracht habe. Dieser Post dient auch zur Dokumentation der Kilometer beim Stadtradeln. Das war am 10.07. und ich wollte auch auf dem Pragfriedhof in Stuttgart die Grabstätte der Familie Hallberger fotografieren, weil ich sie bei Marius und Black and White zeigen wollte.
Hier:
Zur Geschichte der Grabstätte habe ich ja auch einiges in diesem Post geschrieben.
Es gibt aber noch andere Grabstätten, vor allem sehr viele Engel und auch diese Grabstätte der Familien Sauters und Entress-Fürsteneck, das auch von Architekten Gnauth - wie das Hallberger Mausoleum - stammt.
Je mehr ich nach den Grabsteinen schaue, umso mehr bekomme ich auch über die Geschichten mancher Familien mit.
Ich war nicht das letzte Mal auf dem Pragfriedhof, denn hier kann man sich ewig aufhalten und vor allem auch interesssante Gräber und auch Eichhörnchen finden. Sie sind aber eher im Herbst dort und wollen auch Nüsse haben. Die hatte ich vergessen
Dann ging es durch die Schloßgartenanlagen am Opernhaus vorbei und hier liegt im See ein neues Kunstobjekt.
Das Kupferdach, das seither das Opernhaus zierte wurde ja bei dem Unwetter am 29.Juni 2021 vollkommen zerstört und stürzte in die Schloßgartenanlagen.
Nun ziert es den Theatersee und das Opernhaus hat ein neues Kupferdach bekommen.
Berichtet habe ich von dem Unwetter hier, da war ich am nächsten Tag in Stuttgart.
https://schwabenfrau.blogspot.com/2021/06/unwetter-uber-stuttgart.html
Vorbei ging es auch am Landtagsgebäude, das eine herrliche Spiegelung aufzuweisen hatte und im Cafe herrschte ein heftiges Treiben.
Die Verfassungsgebende Landesversammlung und der Landtag von Baden-Württemberg tagten von 1946 bis 1952 in Stuttgart.
Der Präsident des Landtages von Württemberg-Baden waren 1946 Wilhelm Simpfendörfer (das war ein Verwandter meiner Oma, darauf war sie sehr stolz, ich durfte ihn auch einmal kennenlernen, als ich in den Ferien bei der Oma war. Für mich war es der Onkel Wilhelm) und 1937 bis 1952 Wilhelm Keil. Als Tagungsort und bis zum Bau des neuen Landtagsgebäudes diente von 1947 - 1961 das 1880 errichtete Eduard-Pfeiffer-Haus der Stiftung Arbeiterheim in der Heusteigstraße 45 in Stuttgart.
Wir wohnten nicht weit davon in der Olgastraße 93 b und uns führte oft der Weg an diesem Gebäude vorbei.
Darauf komme ich aber in einem anderen Post.
Hier wurde übrigens auch der Mörder von Joachim Göhner zur polizeilichen Vernehmung geführt. Das haben wir damals alles mitbekommen.
Berichtet habe ich hier davon.
1961 wurde das Haus des Landtags als erster Parlamentsneubau Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg eingeweiht. Das Gebäude, 1957 von dem Mainzer Architekten Kurt Viertel entworfen, erhebt sich zwischen dem Neuen Schloss und dem Großen Haus der Württembergischen Staatstheater. Es besitzt eine quadratische Grundfläche von 55 auf 55 Metern und eine Höhe von 12 Metern. Die Vorhangfassade aus Tombak erinnert an Entwürfe Mies van der Rohes. Die Kosten des von Horst Linde, damaliger Leiter der Staatlichen Bauverwaltung, sowie dem Stuttgarter Architekten und Hochschulprofessor Erwin Heinle umgesetzten Baus betrugen rund 18 Millionen Mark. Die Grundsteinlegung fand 1959 statt.
Quelle und näheres gibt es hier:
https://www.landtag-bw.de/home/der-landtag/landtagsgebaude-1/haus-des-landtags.html
Besichtigt habe ich den neuen und umgebauten Landtag schon vor ein paar Jahren und an einer Sitzung teilgenommen.
Wenn man - so wie wir damals - in unmittelbarer Nähe gewohnt hat und das alles so mitbekommen hat, ist es schon interessant, diese Geschichte nochmals zu verfolgen.
Es ging damals ein Aufschrei durch die Bevölkerung, wie man so ein hässliches Teil von Landtag bauen kann.
Ich weiß heute noch nicht, ob ich es schön finden soll. Das Gebäude steht ja auch unter Denkmalschutz, es war eben die Zeit, in der man so baute.
Inzwischen ist das Gebäude auch schon total renoviert worden.
Die 1950er und 1960 Jahre waren für mich als Kind schon interessant und ich ärgere mich heute so sehr, dass ich hier nicht aufgepasst habe und so manches Foto oder auch eine Postkarte nicht aufbewahrt habe.
Weiter führte mich mein Drahtesel in Richtung Villa Weißenburg. Was bin ich als Kind dort gewesen. Meine Schulfreundin wohnte in unmittelbarer Nähe und wir spielten sehr auf der Weißenburg.
Damals war die Villa noch in Händen der Amerikaner und
die haben sie in einem furchtbaren Zustand hinterlassen.
Aber es gibt noch mehr Gebäude, die unter den Besatzern gelitten haben.
Ich stelle demnächst mal ein Buch vor, wie es den Frauen in Stuttgart ging, als die Besatzer einmarschiert sind. Nicht nur die Russen haben vergewaltigt auch die anderen Besatzer. Das ist belegt, nur will das heute keiner mehr wissen.
Stuttgart wurde übrigens von den Franzosen eingenommen.
Interessant ist, dass das heute auch keiner mehr wissen will. Man redet immer nur von den Russen. Dazu nur noch, die Mutter einer Schulkameradin wurde als junge Frau von Franzosen wiederholt vergewaltigt.
Von der Villa habe ich im unten stehenden Link schon mal.
Wer sich dafür interessiert, lesen, was ich damals geschrieben habe,
Es ist ein Ort meiner Kindheit und hier habe ich soviele Erinnerungen, das ist unglaublich, was mir so alles einfällt, wenn ich hier hingehe.
https://schwabenfrau.blogspot.com/2020/09/52-wochen-1852-stadt-stuttgart-und-die.html
Oberbürgermeister Dr. Klett ließ die wunderschöne Villa abreißen. Von ihr existieren leider nicht mehr viele Unterlagen und oft denke ich, wenn ich die Villa nur fotografiert hätte.
Stuttgart steckt so voll von Geschichte, das habe ich am vergangen Sonntag gemerkt, als ich dort eine Tour gefahren bin. Manchmal bin ich schon erschüttert, wie manche Leute Geschichtslücken haben und sich in Dinge einmischen, von denen sie keine Ahnung haben und die sie nicht miterlebt haben.
Ach, es wurde soviel abgerissen, weil es sich wohl nicht mehr lohnte und vieles vom Krieg zerstört wurde. Heute würde man das so nicht mehr machen.
Da hatten die Bürger in der ehemaligen DDR mehr Glück. Sie hatten kein Geld und so blieben diese Gebäude stehen, was sich dann nach der Wende auch gelohnt hat.
Ein paar Bilder kommen natürlich auch von der Weißenburg.
Die Eingange zum Marmorsaal, ich habe ihn schon besichtigt und wollte das nochmals tun, das hat leider nicht geklappt. Dabei ist der Marmorsaal schon eine Besichtigung wert. Gut, vielleicht klappt es nächstes Jahr wieder.
Die Eingange zum Marmorsaal
Ich habe im Teehaus einen Kaffee getrunken und einen leckeren Kuchen gegessen, alles zusammen 6,50 Euro, da kann man nicht meckern.
Der Tennisplatz der über dem Marmorsaal liegt.
Ich kenne ihn fast noch im Urzustand.
Die Jupitersäule, die vor dem Marmorsaal steht.
Eine der wunderschönen Putten, die um den Jupiter stehen. Zu sehen eben in meinem Post von der Weißenburg.
Das Teehaus, in dem sich Frau Sieglin nach dem Tennisspiel mit ihren Freundinnen zu einem Tee eingefunden hat.
Die Decke wunderschön gemalt von Julius Mössel.
Vor allem die Aussicht von ganz oben auf die Stadt Stuttgarter ist gewaltig und auch bekannt und berühmt. Hier sind immer viele Leute und genießen diese Aussicht mit Vesper und Wein.
Hier die Villa Gemmingen, die ich hoffentlich auch mal wieder besichtigen darf.
Normalerweise nicht zu besichtigen, da im Privatbeseitz, aber ich kenne Jemanden, der das immer wieder möglich machen kann.
Blick zur Wernhaldenstraße (heute noch die etwas bessere Wohngegend von Stuttgart), hier wohnten meine Eltern in ihrem eigenen Haus, mein Vater bis 1940, er kam wegen Wehrkraftzersetzung ins Gefängnis und meine Mutter bis 1942, Sie ging dann 1942, als die Bomben immer mehr auf Stuttgart gefallen sind und die Möbel eingelagert wurden, nach Cleversulzbach zur ihren Eltern und den Großeltern i in
Meine Schwester hat mir erzählt, wie es im Luftschutzkeller war. Dort stand ein Zweistockbett. Oben nächtigten meine beiden Brüder und unten lagen meine Schwester und meine Mutter. Als Bomben auf Stuttgart gefallen sind, haben sie sich alle aneinander geklammert und furchtbare Angst gehabt. Aber da gibt es noch mehr zu erzählen. Es ging vielen Menschen in dieser Zeit so, aber wo sollten sie denn hin´???
Das Haus wurde dann 1943 dem Erdboden von den Bombern von Harris platt gemacht. Entschädigung bekamen meine Eltern keine.
Was man so alles ertragen muß, ohne Schuld zu haben.
Vor dieser Skulptur stehe ich immer und immer wieder, man nimmt an, dass es - man kann es ja auch im erwähnten Post lesen - sich um die Göttin Diana handeln. Wer die Schöne gemeißelt hat, ist nicht bekannt.
In dem erwähnten Post habe ich ja geschrieben, dass ich noch den Herkules zeigen möchte, wenn ich die Marmorsaal besichtige. Das hat leider nicht geklappt, aber den Herkules habe ich doch noch fotografiert.
Hier in der Haarnadelkurve der Hohenheimer Straße sitzt der Herkules und schaut nach den Autofahrern. Hier genau an dieser Stelle ist die Einfahrt zur Bopserwaldstraße über die die Brücke zum Weißburgpark führt.
Unter dem "Dächle" erhebt er sich der kraftstrotzende Herkules. Er bewachte einstmals den Eingang des Parks zur Villa Weißenburg.
Er trägt nur einen Lendenschurz und blickt wohl oftmals kopfschüttelnd auf die Autofahrer. Hier herrscht ein unglaublicher Verkehr und dass er noch nicht erstickt ist, nimmt mich Wunder. Mit der Keule sollte er mal die vielen Autos erschlagen, die dort tagtäglich die Luft verpesten. Interessant ist, dass er auf der linken Schulter des Fell des Nemeischen Löwen tägt. Ihn hat er im Kampf getötet.
Zu seinen Füßen liegt die neunköpfige Schlange "Hydra", die er erlegt hat oder noch erlegen wird.
Der Verkehr, der Lärm und auch der Gestank hat ihm arg zugesetzt.
Das Häuschen, das dort steht hat irgendwas mit der Stadt Stuttgart zu tun .Das wurde neu gerichtet, als ich es das letzte Mal gesehen habe, war es in einem ganz desolaten Zustand.
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Es ist zum Heulen und es wird nichts getan, um das alles wieder in Schwung zu bringen.
a, was ich auch noch gesehen habe, ist MEIN Spielplatz auf der Weißenburg, er wurde zur Bundesgartenschau 1961 dort errichtet.
Hier spielten wir mit Wasser und es war immer so schön, damals war ich 12 Jahre alt und ich denke gerne an die Zeit zurück.
Wir
sind dann im Jahr 1962 in unser Haus in Leonberg gezogen und auch wenn
ich dann ab 1971 nach meiner Heirat nach Stuttgart gezogen bin, ich bin
nie wieder in diese Gegend gekommen. Ich habe keine Ahnung warum nicht.
Im
Moment zieht es mich aber immer wieder an diese Stätten und mir kommen
die Tränen, wenn ich sehe, wie dieser Spielplatz verkommen und
verschmiert ist.
Nach der Villa Weißenburg bin ich dann in die Villa Berg gefahren, um Königin Olga, die dort ihr Picknick hatte, guten Tag zu sagen.
Ein Gemeinschaftsbild mit ihrem Hofstaat darf nicht fehlen.
Zurück ging nach Hause ging es dann über den Neckartalradweg und Remseck und ein Ausflugsschiff habe ich auch noch erwischt.
Es kommen noch mehr Touren von und über Stuttgart, wir sind noch lange nicht am Ende.
Ich bin ein Stuttgarter Mädle und ich bin so stolz auf meine Stadt, in der ich geboren wurde, in der ich in allen Stadtteilen gewohnt habe und ich habe mit dieser Stadt immerhin 12 Jahre gearbeitet und ich kenne manches Gebäude, das ich auf dem Plan entstehen habe sehen.
Tourenbeschreibung
Tour am 10.07.2022
79 Kilometer
820 Höhenmeter
493 Climb
327 Downhill
Fahrzeit: 3 Stunden
Wetter 15 Grad
Luftfeuchtigkeit 61 %










































Komentare:
AntwortenLöschenvon Helga:
AntwortenLöschenNa liebe Eva, die Tour war wieder wie immer, ein Volltreffer. Hab Dank fürs zeigen mit all den Mühen und der Zeit die Du dafür investierst. Bald wird Stuttgart mein Wohnzimmer sein, so gut kenn ich mich schon aus da.
Die Mädchen Statue gefällt mir auch ganz besonders.
Der Hercules hat schon heftig gelitten aber er hält sich noch tapfer.
Die Menschen in den Gräbern am Pragfriedhof kriegen von all dem Trubel hier auf der Welt nichts mehr mit.
Es war wieder sehr interessant mit Dir unterwegs gewesen zu sein, es gefällt mir, wenn es Menschen nicht langweilig wird und mit den Gedanken stets geschäftig unterwegs. Ein schönes Wochenende wünschen wir Euch, am Wetter gibt es nix zu meckern, außer den Duft nach Regen.
Grüße von Helga und Kerstin