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Tour von Weil der Stadt nach Pforzheim und Hauptfriedhof Pforzheim, 2. Teil

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Heute gibt es nun den 2. Teil meiner Tour von Weil der Stadt nach Pforzheim, 


Ich hatte ja auch bei meinem Post von der Tour nach Bauschlott geschrieben, dass ich mir den Hauptfriedhof in Pforzheim anschauen möchte. 

Nun bin ich also ein paar Wochen später von Weil der Stadt auf dem Würmtalradweg in Richtung Pforzheim geradelt. 

Geschrieben hatte ich das im 1. Teil 

HIER 

Mein Weg führte mich dann samt Rad durch (sehr viel Verkehr, aber eine Radspur). Pforzheim hindurch und genau am Bahnhof vorbei, wo ich vor ein paar Wochen schon angekommen war. 

Inzwischen kenne ich mich ja hier auch aus und fuhr dann geradewegs den Berg hoch zum Hauptfriedhof. 



Der Hauptfriedhof  "Auf der Schanz" wurde im Jahr 1877 angelegt und dann in den Jahren 1914 bis 1917 zum Hauptfriedhof erweitert.

Die Aussegnungshalle des Pforzheimer Hauptfriedhofs wurde in den Jahren 1915-1917 im Stil des Neoklassizismus nach einem Entwurf des Stadtbaumeisters Albert Roepert erbaut. 

Der Hauptfriedhof in Pforzheim ist so interessant und auch vom baulichen her, schon beeidruckend. 

Die frühere Aussegnungshalle ist nun ein Kolumbarium, 

Allerdings mit so hässlichen Anbauten, wie man sie in den 60er Jahren gebaut hat. Ich denke, dass das aber bald zurückgebaut, denn viele Nischen sind leer.

Es ist ein wunderbarer Friedhof, der ein  orthogonales und axiales Wegenetz hat.







Zudem gibt es nach Pflanzengattung sortierte Alleen, wie zum Beispiel die Buchenallee, die Ahornallee, die Knüppellindenallee oder die Zypressenallee. 
Es gibt prägende Heckenstrukturen in kleinen Kammern und lienaren Segmenten.
Ich habe das so noch nie gesehen. 

Beeindruckend ist der Camposanto (Heiliges Feld und die italienische Bezeichnung für Friedhof, der eine umschlossene, hofartige Auführung hat) gebaut in den Jahren 1915 - 1917.




Beeindruckend ist eine Muschelkalkmauer die eine einfasste Rasenfläche umschließt.
Eigentlich für Ehrengräber gedacht, heute aber eine Kriegsgräberanlage.












Die Eingangsbaugruppe mit Aussegnunghalle nach Plänen von Alfred Roepert ist ebenso beeindruckend und ist im florentinischen und venezianischen Renaissaincestil erbaut. Sie beeinhalten, Verwaltungsgebäude, Krematorium und Aussegnungshalle. 

Dieser Friedhof ist ein Kulturdenkmal und die gärtnerischen und baulichen Anlagen bilden eine Sachgesamtheit. Stehen somit unter Ensemble- und Denkmalschutz. 

Epithaph 













Ein Verzeichnis der erhaltenswerten Grabstätten wird seit 1970 geführt, die jüdischen Grabsteine, die sich im seitlichen Teil befinden, wurden von 1989 bis 1994 dokumentiert. 

Im Friedhof hat es außerdem insgesamt 10 denkmalgeschütze Brunnen.
Mauern aus Naturstein, Muschelkalk oder rotem Sandstein. 

Im Arkadengang des Camposanto befinden sich zahlreiche tranzloszierte (an einen anderen Ort versetzte) historische Grabmäler von bekannten Pforzheimer Bürgern, Künstlern usw.

Ein Besuch dieses Friedhofes lohnt sich wirklich, man kann ihn auch sehr gut erreichen, z.B. vom Bahnhof zu Fuß (es gibt ein kleines Fußwegle den Berg hinauf, ca. 10 Minunten) oder aber mit dem Bus 

Der Friedhof ist so interessant, dass man dort einen ganzen Tag verbringen kann. 
Sehenswert ist u.a. der Jüdische Teil und das Gräberfeld des Luftangriffs vom
23. Februar 1945.

Der Jüdische Friedhof, er ist durch ein Tor zu betreten, das geöffnet ist, das finde ich sehr gut. In Stuttgart muß man sich hier einen Schlüssel holen, was aber damals für mich auch kein Problem war. 

Auf einem jüdischen Friedhof sind die Grabsteine immer nach Osten ausgerichtet. Also nach Jerusalem, das, damit der "Reisende" von dort seine Reise auch antreten kann. 

Jüdische Friedhöfe wirken sehr ungepflegt. Aber hier lässt man der Natur freien Lauf, in der Gesamtheit wird er aber doch gepflegt. Blumenschmuck findet man auf einem Jüdischen Friedhof nie.
Wenn man einen Jüdischen Friedhof besucht, legt man einen Stein, auf den Grabstein, als Zeichen der Achtung. Es ist mir auch aufgefallen, dass hier um die Grabsteine herum viele kleinere Steine liegen.

Die alten Grabsteine stehen schief und krumm und ich finde das gerade schön, dass man hier - mit Einschränkung - der Natur freien Lauf lässt. 

Grabpflege finde ich sowieso etwas merkwürdig. Ich trage meine Lieben im Herzen und nicht auf dem Friedhof.











Leider habe ich auf dem Pforzheimer Friedhof meine Brille sowie meine Sonnenbrille irgenwo liegengelassen. Sie auch nicht mehr gefunden und so bin ich dann eben ohne Brillen nach Hause gefahren. War blöd, aber es ist mir ja nichts anderes übrig geblieben. Das ist aber inzwischen alles in Ordnung, habe inzwischen neue Brillen. Ein Anruf bei der Friedhofsverwaltung brachte nichts, weiss, der Hecht, wo die Brillen sind. 

 Wer noch mehr sehen möchte, kann sich auch die Moschee anschauen, die wir vor vielen Jahren auch angeschaut haben. 

HIER habe ich damals einen Bericht geschrieben. 

Und natürlich noch mehr, es gibt vieles über Pforzheim auf meinem Blog. 

HIER

 Nach dem Besuch des Friedhofes habe ich mich auf den Heimweg gemacht und bin über den Pforzheimer Wartberg gefahren und habe mir den Turm angeschaut, der leider geschlossen war.

Man hat hier eine schöne Aussicht, aber gut so, das Wetter war eh nicht so dolle und gesehn hätte man auch nicht viel, weil es wieder mal sehr diesig war. 

Es gab hier Eidechsen und wie viele, da wuselte es nur so und man muß aufpassen, dass man sie nicht überfahren hat. 



 

Der Wartberg in Pforzheim ist der Hausberg von Pforzheim (360 m). 

Dort oben befindet sich der Wartturm




 

Der etwa elf Meter hohe Rundturm entstand vermutlich im 14. oder 15. Jahrhundert und ist somit eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Der Wartturm war Bestandteil des mittelalterlichen Befestigungssystem der Stadt Pforzheim und zur damaligen Zeit noch zwei Meter höher. Als Teil einer Meldekette, die vom Turmberg in Durlach bis auf die „Lug“ bei Illingen reichte, war der Wartturm ein Signalturm und alarmierte die Bürger und Bürgerinnen bei Gefahr. Er diente somit als vorgeschobener Beobachtungs- und Verteidigungsposten dem Schutz vor überraschenden Angriffen. Der Turm besteht aus verputztem Kalkstein-Mauerwerk und die massiven Mauern sind 1,1 Meter dick.

Der Turm ist von einer teilweise verfallenen Ringmauer mit Schießscharten umgeben. Die Ringmauer ist ca. 4,5 Meter vom Turm entfernt gebaut und bildete in früherer Zeit einen "Fliehhof", welcher als Zufluchtsort diente für Menschen, die von einem überraschenden Angriff fliehen mussten. Ursprünglich gab es 15 Schießscharten, von denen heute noch neun zu erkennen sind. 

Gleich daneben steht der Wasserturm.



Über Niefern-Öschelbronn bin ich dann auf den Enztalradweg abgebogen. 

Ich fahre meistens die Tour über Niefern-Öschelbronn, da die Brücke der B10 immer noch nicht fertig ist und das auch noch eine Weile dauern wird. 

Zu normalen Zeiten kann man hier unter der Brücke durchradeln.


 

Es gibt zwar noch eine andere Umleitung, aber die ist mir zu lästig. 

Dann gings ruck zuck nach Hause über Mühlacker und Vaihingen-Enz nach Hause.

Der Entztalradweg von Pforzheim bis nach Bietigheim ist wirklich nicht schwer und auch durchaus ohne Strom zu fahren, weil flach.

Manchmal muß ich schon lachen, wenn mir einer erzählt, wieviele Kilometer er schon gefahren ist. 

Ja, klar, gerade Strecke ist auch ohne Strom kein Problem, aber wo sind die Steigungen?? Geradeaus fahren ist kein Problem. Ähem! 

In Mühlhausen an der Enz, da ist vor Vaihingen-Enz auf einer geraden Strecke sind zwei ältere Damen (ja ich weiß, ich bin auch schon älter) wie aufgeschreckte Hühner um ihre Räder herumgesprungen. Ich habe dann gehalten und gefragt, was los ist und ob ich helfen kann. Tja, da hatte die eine Damen keinen Strom mehr.
Ich habe sie nach dem Akkuschlüssel gefragt, damit ich den Akku herausnehmen kann, der sich womöglich "aufgehängt" hat. Den Schlüssel hatte sie zu Hause vergessen. Nun gut, da kann ich nicht helfen.
Sie hatte ja auch nicht weit nach Hause, denn sie wohnte in Roßwag. Das sind etwas über 10 Kilometer und das kann man auch ohne Strom fahren. 

Unterwegs an der Enz gabs noch einige nette Dinge zu sehen, wie ein ganzes Feld von Traubenhyazinthen.




Ich wollte schon lange auf den
KZ Friedhof in Unterrixingen. Ein Ort, den ich auch immer anfahre, wenn ich den Glemstalradweg fahre und die Gelbbauchunke besuche. 

HIER gibt es auch diese mehr als eindrucksvolle Kirche. 





Das Konzentrationslager in Unterriexingen wurde als Außenkommando des KZ Vaihingen-Enz Mitte November 1944 eingerichtet. 

Anfang März 1945 löste man es auf. Das Lager befand sich an der Straße noch Oberriexingen.

Es hatte eine Größe von 100 x 70 m. Auf dem Gelände standen zwei Baracken aus Kunststofffertigteilen (42 x 12,5 m x 2,70 m). Diese dienten ca 500 Häftlingen als Unterkunft. Zusätzlich gab es eine Wachbaracke die nie fertig wurde und eine primitive Latrine. Die Gesamtanlage war mit einem doppelten Stacheldrahtzaun und zwei Wachtürmen versehen. Befehligt wurde das KZ mit 30 Mann Wachpersonal von einem Lagerkommandanten. Die Erstbelegung erfolgte von Vaihingen aus, mit 500 Häftlingen, die hauptsächlich aus Polen stammten.
Innerhalb kurzer Zeit starben 250 Menschen an Hunger und katastrophalen hygienischen Verhältnissen. 

Sie wurden durch weitere 250 Gefangene aus Vaihingen und Mannheim ersetzt. Gegen Ende des Krieges kamen noch etwa 80 italienische Kriegsgefange dazu. 

Die Toten wurden zunächst jeden Morgen auf einem offenen Karren nach Vaihingen gefahren, abends transportierte man die Verpfegung auf dem selben Karren von Vaihingen zurück. In Vaihingen sind sind ingesamt 113 Tote aus dem Lager Unterriexingen bestattet. Der Zweck des Lagers bestand hauptsächlich darin, Arbeitskräfte zum Ausbau des Stollensystems am nahen Enzhang zur Verfügung zu haben. Diese Stollen sollten das Daimler Motorenwerk aus Mannheim-Sandhofen aufnehmen. 

Weitere Einsatzorte waren der örtliche Steinbruch an der Straße nach Großsachsenheim. 

Siehe hierzu auch.

Der Friedhof ist verschlossen und nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. 

So konnte ich nur das große Mahnmal sehen.
Ich weiß um unsere Geschichte, ich weiß vielleicht auch ein wenig mehr als Andere, die einen als Nazi beschimpfen. Manche wissen nicht mal was das ist.
Ist man nun einer anderen Meinung, als unsere Politiker, ist man Nazi und wer will das schon sein. So passt man sich eben an. Manche sagen sogar, dass sie sich schämen Deutsche zu sein. Na dann sollen sie doch gehen, ich freue mich ein Deutscher zu sein und bin bin deshalb kein Nazi aber was zur Zeit passiert, das macht mir schon Angst. 

Ich bin der Meinung, dass sowas auch in anderer Form immer und immer wieder passieren kann. Corona lässt grüßen und was hier passiert ist, haben wir ja jetzt erfahren. Die Leute sterben, bekommen Krebs und und und.

 Zusammenfassung
Tour am 20. März 2024
96 Kilometer
1.568 Höhenmeter
725 Climb
843 Downhill
Fahrzeit 5 Stunden
Gesamtkalorien 1.800 KCAL
Wetter: 10 Grad bedeckt
Luffeuchtigkeit: 74 %

 



Bei meinen Touren achte ich allerdings auf die Trittgeschwindigkeit beim Radeln und auch auf meinen Kalorienverbrauch und deshalb kann ich auch mein Gewicht halten. Denn ich verschnabuliere schon einiges. Für mich ist das Radeln besser, als jedes Studio. Da bringt mich keiner mehr rein und ich bin froh, dass ich das Kiesertraining nun los habe. 

Am Donnerstag werde ich wohl eine Tour machen und das Wochenende sieht auch nicht schlecht aus. Da geht es dann wieder mit dem Zug weiters weg, weil das Rad da nichts kostet. 

Ich habe noch einiges an Touren und muß mich beeilen, damit ich auf dem Laufenden bin. 


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