Opportunisten sind Spezialisten im Umgang mit wechselnden Windrichtungen. *Thom Renzie*

Opportunist = Ein Jenachdemer. *Wilhelm Busch*

Opportunisten sind Leute, die schon heute die Windrichtung von übermorgen kennen. *Sir Alec Guinness*
Halbdackel ist im Schwäbischen komischerweise die Steigerung von Dackel. *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn jemand ein Dackel ist, dann ist der nicht besonders geschickt und eher ein bisschen dümmlich. Aber ein Halbdackel ist ein echter Blödmann! *Rolf-Bernhard Essig*
Wenn ich meinen Purzelbaum machen kann, was ficht die Politik mich an. *Eduard Mörike*

Durch Hölderlins- und Mörikes Land

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Eine weitere Tour führte mich am Vatertag nach Nürtingen. 
Ich hatte es an diesem Tag nicht eilig und habe mich dann etwas später in Bietigheim in den Zug nach Nürtingen gesetzt. Was ich dort wollte? Nun in Hölderlins und Mörikes Land radeln. 

Puhhh, ich war da nicht alleine und viele Fahrräder standen auch schon auf den Fahrradplätzen, der Zug kam von Osterburken.  

Aber es war nicht so schlimm, weil in Ludwigsburg doch einige Leute mit ihren Rädern ausgestiegen sind und ich dann fluchs mir einen Platz geholt habe. 

Dafür hatten die Leute mit Rädern, die in Ludwigsburg eingestiegen sind keinen Platz mehr, aber das ist auch nicht schlimm, die sind in Stuttgart ausgestiegen und dann war Platz zum Liegen. 

In Bad Cannstatt sind zwei Damen mit ihren Rädern eingestiegen. 
Sie bekamen Platz, schnallten ihre Räder an und, nachdem sie mir gegenüber Platz genommen haben, zogen sie erst mal zwei Dosen mit Prosecco heraus, machten sie auf, prosteten sich zu und tranken. Wohlgemerkt, es war 9:30 Uhr. 
Wenn ich um diese Zeit schon Alkohol brauche????

Für ihre Dosen hatten sie dann auch keinen Abfalleimer, denn der war schon mit Abfall voll, sie stellten sie dann unter den Sitz, prima. Ob sie die Dosen mitgenommen haben, das weiß ich nicht. Denn ich bin schon vorher ausgestiegen. 

Ich bin schon mit dem Auto durch Nürtingen gefahren, aber ich glaube nicht, dass ich schon mal in der Stadt war. Das wollte ich aber auch nicht, mein Weg sollte woanders hin führen. 

Zuerst mal das Kraftwerk, das ich schon oft vom Auto aus gesehen habe. 

Dieses Kraftwerk erzeugt schon - teils noch mit originalen Instrumenten - Strom für die Hölderlinstadt. 


 

 Hölderlin habe ich nicht besucht, das hebe ich mir auf, wenn ich hier mal per Zug hinfahre und dann die Stadt zu Fuß erkunde. 

Es gibt markante Orte, die auf ihn hindeuten, nicht nur Lauffen am Neckar und Tübingen ist stolz auf ihn, ja doch auch Nürtingen.  

Ich hatte ja auch schließlich etwas vor, dass das nicht so klappen würde, habe ich hier noch nicht geahnt, sonst hätte ich umgeplant. 

Ein wenig ging es dann am Neckar entlang und auf der Brücke machte ich Halt und da sah ich ein Spinnennetz mit lauter Eintagsfliegen drin. 


Wenn ich das Bild anschauen, juckt es mich am ganzen Körper. 


Mein Weg führte zum Nürtinger Stadtteil Oberensingen. 
 
Dort habe ich mir das "Schlössle" angesehen. 


Auch wieder ganz interessant. 
 
 Das Schlössle oder auch Friederikenheim ist ein zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit einem Krüppelwalmdach und wird um 1820 über dem massiven Erdgeschoss des Vorgängerbaus errrichtet. 

1599 entwirft der herzogliche Baumeister Heinrich Schickhardt ein Schloss für den Forstmeister Bernhard Moser von Filseck - möglicherweise ein Teil eines Rittergutes in Oberensingen. Veit Eberlin führt den Plan aus.

Es beginnt ein häufiger Wechsel der teils adeligen Eigentümer. Ist Wohnsitz pensionierter Vögte und hochrangiger Militärs aus dem Hause Württemberg. 
Das Gebäude wird 1903 durch die Rettungsanstalt für ältere Mädchen evangelischer Konfession Leonberg erworben. Später wird das Gebäude Friederikenheim genannt. 
 
1975 schließen sich die Leonberger Fürsorgeheime mit der Samariterstiftung zusammen. 
 
1984 wird eine Tagesklinik für Psychatrie und Psychotherapie eröffnet.  

1987 schließt das Friederikenheim. 

Heute befindet sich in dem Gebäude die Samariterstiftung und beherbert eine Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
 
 


 
Im Garten befand sich hinter einem Zaun eine Ziege, die bettelte um Futter und stellte sich mit den Füßen auf den Zaun. Zu nett. 
 

 Gleich nebenan befindet sich der Friedhof und die evangelische Kirche. 
 

Es ist eine sehr hübsche Kirche, einfach, aber durchaus sehenswert. 

Die Barbatas hatten am rühen Morgen schon eine Dusche bekommen. 
 

 
 




 

Die Sonne hat "leider" so stark zum Fenster hereingescheint, dass man die schönen Kirchenfenster so recht nicht fotografieren konnte. 

 






Zwei schöne Fachwerkhäuser und oh Jubel, sogar mit den passenden Fenstern, das gefällt mir, weil es auch passt. Natürlich auch hoffnungslos zugeparkt, ich mag das nicht und man kann dann auch nicht so recht fotografieren. 
 
Ich habe leider oder für manche Leute auch gottseidank, nichts zu sagen.
Sonst hätte ich an manchen Orten schon eingegriffen. 
 

 Anstalt, 
giebelständiges, dreigeschossiges Fachwerkhaus über bruchsteingemauertem Erdgeschoß und Gewölbekeller, mit drei giebelseitigen Vorstößen, Zierfachwerk mit Balkenkopfreihen und profilierten Schwellen sowie profiliertes Türgewände mit Schlussstein und Initialien. 

1526 Erwähnung eines Gebäudes im Lagerbuch
1730 Um- oder Neubau
1802 Eigentümer Johann Georg Balz Schulheiß in Oberensingen von 1785-1816
 1856-88 Kinderrettungsanstalt des Oberamts Nürtingen, in der bis zu fünfzehn bedürftige Kinder im Alter von 8-10 Jahren betreut wurden. 
Im Ort wurde dieses Haus Anstalt genannt. 
 
 



Evangelisches Pfarrhaus 
Giebelständiger Zierwerkfachbau mit trauf- und giebelseitigen Vorstößen über bruchsteingemauertem Erdgeschoß und Gewölbekeller. Profiliertes Türgewände mit Jahreszahl 1541 und Wappenschild mit Hirschgeweihen. 

1526 Erwähnung eines Gebäudes im Lagerbuch
1729 Conrad Batzig, hochfürstlicher württembergischer Dragonerhauptmann verkauft das Haus an das Nürtinger Spital.
 1730 Nutzung als evangelischen Pfarrhaus
1751-70 wohnte hier der bedeutende Pfarrer Friedrich Duttenhofer. Er machte sich um die Seidenraupenzucht in Württemberg verdient. 

1793 wird hier Friedrich Glück geboren. Von ihm stammen Volkslieder, 
wie 
"In einem kühlen Grunde"

  
und die Ballade "Bertrands Abschied"





Ein weiteres schönes Fachwerkhaus ist das Rathaus.

Ein in Zierfachwerk gestalteter Giebel steht auf einem bruchsteingemauerten Erdgeschoss.

1591 Bau des Rathauses unter Schulheiß Bernhard Feeleysin. Sitz der Gemeindeveraltung bis 1919, bestehend aus Schultheiß, Rat und Dorfgericht. 
 
1652 Einrichtung einer Winterschule im Rathaus
1919 Oberensingen verliert seine Selbständigkeit durch die Eingemeindung nach Nürtingen. Der Anlaß ist Nürtingens Beteiligung an den Kosten der Aichbegradigung. 
 
Am 23. Januar 1960 - Gründung eines Bürgerausschusses, der seither in diesem Rathaus tagt. 
 
2012 Einrichtung des Kornbeck-Zimmers zum Gedenken an den Oberensinger Landschaftsmaler Julius Kornbeck (1839-1920).
 

  Die Aich ist ein etwa 30 Kilometer langer Zufluß des Neckars.
Sicherlich bekannt durch das Aichtal, durch das ich auch schon geradelt bin, oder aber die Aichtalbrücke oder HIER.
 

Hier komme ich  - wie so oft - an der Bäckerei Mayer vorbei, die auf meinem Weg liegt. 

Ich habe Hunger und nehme mein 2. Frühstück ein, das reicht mir aber auch tatsächlich für den ganzen Tag, ich bin pappsatt. 
 
Die Kommentare, die es im Internet gibt, kann ich nicht nachvollziehen. 
 

Die Zigaretten sind von meinem Vorgänger, der es nicht nötig hatte seinen Kruscht wegzuräumen und das ist ein Selbstbedienungscafe und und man sollte seinen Krempel nach dem Verzehr auch in die bereitgestellten Schränke geben.
Manche Leute haben das aber nicht nötig.  
 
Sodele, es ging den Berg rauf und ich war da. Die Enttäuschung war groß, normalerweise darf man in den Skulpturengarten, aber es ist wohl zuviel passiert, deshalb ist er nur an bestimmten Tagen geöffnet. 

Aber ich werde hier sicherlich nochmals hergehen. Denn diese Ausstellung möchte ich sehen. 
 
Die Sammlung Domnick, ich bin extra hierher gefahren. 
 
 
Ein paar Blicke in den Skulpturengarten waren mir aber vergönnt.
 
Aber ich komme wieder, mit Zug und zu Fuß. Es gibt gute Verkehrsverbindungen, die mich dorthin bringen.  Vom Bahnhof bis zur Sammlung sind es auf einem Wanderweg ca. 4 Kilometer und zurück ebenfalls. Aber 8 Kilometer dürften kein Problem sein. 
 
 
 






 
Ein Stück den Berg hinab und ich bin an der Teufelsbrücke. 
Hier sind schon Hölderlin und Mörike auf der Wanderung in die Hauptstadt von Württemberg gegangen. 
 
Ich habe mich tatsächlich auf die Brückenmauer gesetzt und habe nachgedacht und im Geiste sind die Beiden nebeneinander her gewandert. 
 
 Mörike hatte Hölderlin oft in seinem Turm in Tübingen besucht und auch Teile seines Nachlasses in Verwahrung genommen. Als Mörike sein Studium der Theologie 1822 im Tübinger Stift aufgenommen hat,  hatte Hölderlin seinen künstlerischen Berg schon längst überschritten. 

Mörike setzte Hölderin mit Der Feuerreiter ein besonderes literarisches Denkmal.  
 
Diese Gegend strotzt nur so von literarischen Ergüssen.  
 
 
Hölderlin und Mörike, zwei ganz besondere Menschen, die zu meinen Lieblingen gehören. 
 
Das Schild sagt einiges aus, allerdings sollte es mal wieder geputzt und begradigt werden. 
 
 
 
 
Ich wollte zum Teufelsbach hinunter gehen, habs auch probiert, aber dann wurde es recht glitschig und dann habe ich es gelassen. Muß ja auch nicht sein. 


 






Wenn man hier weiterfährt, kommt man in den Stadtteil Hardt von Nürtingen. Hier hat es Häuser und Gärten, dass man nur staunen kann. Die Grundsteuer möchte ich nicht bezahlen. 

Überall blühten die Rhododendren. So schön, einer schöner, als der andere. 

 




 Wenn man hier entlang fährt und dann den Berg hoch, hat man eine wundervolle Aussicht. Hier ist es tatsächlich nur schön.

Man sieht sogar in der Ferne die Burg Teck. 

 Die Blaue Wand ist die Schwäbische Alb, sooo schön. 

 





In Wolfschlugen, angekommen, habe ich mich total in die Skulptur

"Märchenstunde" von Jutta-Juliane Eckert verliebt. Sie ist von 1994 und gegossen wurde sie von der Gießerei Strassacker in Süssen, eine bekannte Gießerei. 

Jaa, ich finde diesen Großvater oder auch Vater so wunderschön und auch das Mädchen, das ihm zuhört, mich hat es berührt und tatsächlich dachte ich an meinen Baba, der mir auch immer vorgelesen hat. 




 Wolfschlugen, ich war noch nie habe aber schon was von diesem schönen Rathaus gehört. 

Das Rathaus, von dem ich leider nichts genaues erfahren konnte, nebenan steht ein Neubau, der mir nicht so sehr gefallen hat. 

Aber das Rathaus ist sehr schön und gelungen und tatsächlich parkt hier wieder ein Auto. Es ist nicht so schön. 

Vor dem Rathaus steht ein Brunnen, mir war sofort klar, wer diesen Brunnen gestaltet hat, obwohl es nicht mit einem Schild ausgezeichnet war. Aber man kennt seine Figuren schon, klar doch Karl Ulrich Nuss.






 Fast hätte ich sie übersehen, die Josefskapelle in Neuhausen auf den Fildern. 
Sie steht ganz unscheinbar an einer kleinen Straße, auf der der Radweg verläuft. 

  







Ganz interessant finde ich die Neuhauser Jubiläumswiese, die konnte man nicht betreten, was ich nicht so schlimm gefunden habe. 

 


 Ja, vieles wächst hier auf den Fildern vom Salat, über das Blaukraut, Spargel, Schnittlauch und vieles mehr. 

 


 

Da ich schon mal hier war, bin ich gleich mal zur Aussichtsplattform vom Flughafen Stuttgart-Echterdingen geradelt und habe die Flugzeuge starten und landen gesehen.

Ich war knapp 30 Minuten dort und in dieser Zeit sind mindestens 10 Flugzeuge aufgestiegen und gelandet. Vielleicht waren es auch mehr, ich habs nimmer gezählt. 

Sehr umweltbewußt, das muß ich schon sagen, denn es waren alles mit Sicherheit Urlaubsflieger. 
Naja, manchmal kann ich es schon verstehen, Urlaub in der Türkei z.B. ist billiger, als Urlaub in Deutschland zu machen. Die Erfahrung habe ich gerade gemacht. 

Hier nur ein paar Flieger, ich habe eine ganze Serie fotografiert, ja ja ich weiß, aber trotz allem ist das schon als Zuschauer immer wieder faszinierend.

Dann ging es in Richtung Stuttgart und der Weg führt hier durch den Tunnel unter dem Flughafen. Mir graut immer davon, denn der Weg ist schmal und wenn dir einer entgegen kommt, wird es schwierig. Meistens laufe ich und schiebe, aber die Luft ist 
grausam. Bin gespannt, wann hier etwas gemacht wird. 

  HIER 




Sodele, mein Weg führte mich noch durch die Hohenheimer Gärten, aber ich hatte absolut keine Lust mehr zu fotografieren und fuhr dann weiter in Richtung
Stuttgart-Möhringen, wo ich diesem Distelfalter begegnet bin. 

Der blieb hocken und ich habe mich gefreut. 


 

In Stuttgart-Möhringen wollte meine Schwester noch einen Kaffee machen, aber ich hatte da tatsächlich keine Lust mehr, denn ich wollte nach Hause. Hätte ja auch mit der Straßen bahn fahren können. Aber ne, den Riedsee habe ich noch mitgenommen und dann ging es über die Christian-Belser-Straße in Stuttgart-Kaltental, eine bessere Wohngegend, die Straße abwärts. 

Durch die Stadt und in Richtung Bahnhof, durch den Rosensteinpark und hier bin ich nochmal hängengeblieben. Denn der Rosengarten am Schloß Rosenstein ist wunderschön, da bleibe ich immer hängen. Angelegt hat ihn Wilhelm I. der mochte sein Schloß Rosenstein und seine klassizistische Bauweise. 

HIER  

Aber diesen Rosengarten werde ich mir gelegentlich mit etwas anderem zusammen nochmals ansehen. 

Ach, ich habe soviel vor, ich sollte mich teilen. 








 Unterwegs auf dem Nachauseweg habe ich noch diese schöne Mariendistel gesehen. 

Dann ging es den gewohnten Weg über die Solitudeallee und Ludwigsburg nach Hause.  

 




Das war eine superschöne Tour und weitere werden folgen. 

Zusammenfassung
Tour am 29.05.2025
70 Kilometer
1.582 Höhenmeter
785 Climb
797 Downhill
4,5 Stunden
2.000 Gesamtkalorien KCAL
Wetter: 14 Grad bewölkt und sonnig
Luftfeuchtigkeit: 77 %
Luftqualität: 2



 

 

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