La vida breve
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Wer einmal in Adalusien war kommt an einem bestimmten Schriftsteller und auch einem Komponisten nicht vorbei.
Wer einmal in Granada in den engen Gassen war und vor allem im Albaicin (dem Gitano Viertel in Granada) für den wirkt der Cante jondo (spanisch für tiefer Gesang) lange nach.
Ein Gesang, der der ursprünglichste, tiefste und ernsteste Gesangsstil des Flamenco ist. Er stammt aus Andalusien und drückt tiefe Emotionen wie Leid, Schmerz und Einsamkeit aus und oftmals beginnt er mit einem klagenden Ausruf. "Ay".
In meiner Reisebeschreibung Link siehe unten habe ich geschrieben, dass ich das in Granada erlebt habe. Nicht in einer Veranstaltung, sondern in einer kleinen Einfahrt mit spanischer Gitarre und einem Sänger.
Dazu gibt es HIER (Andalusienreise) noch einige Informationen.
Für mich war diese Reise, die ich damals mit Studiosus gemacht habe, ein Erlebnis und noch viel mehr.
Hier begegnet man nicht nur Garcia Lorca (auf den bin ich in meinem Reisebericht auch eingegangen), sondern auch Manuel de Falla, den ich heute vorstellen möchte.
Wenn man schon in so ein Land geht, ist es für mich ein Muss auch etwas über die Geschichte eines Landes zu wissen, das ist Andalusien, Geschichte. Wären hier nicht die Mauren gewesen, Andalusien würde anders aussehen.
Es ist für mich auch ein Muss Hemmingway gelesen zu haben, der in
"Wem die Stunde schlägt" den spanischen Bürgerkrieg beschreibt.
Ich habe das Buch gelesen und auch den Film gesehen, der schon mehr als bedrückend ist, aber auch eine großartige Besetzung hat.
Film
Wem die Stunde schlägt.
Zu Franco möchte ich jetzt nichts schreiben. Den kennen sicherlich auch die wenigsten.
Viele gehen auch in ein Land, ohne auch nur im Entferntesten etwas von der Geschichte zu wissen.
Die Band Metallica, eine der Bands, die ich sehr mag hat in dem Album "Ride the Lightning von 1984 einen Song geschrieben "For Whom the Bell Tolls".
Hier beschreibt die Band eine Episode, in der der Guerillaführer El Sordo (spanisch die Taube) auf einem Hügel eingeschlossen ist und gemeinsam mit fünf seiner Gefährten bei einem Luftangriff umkommt.
Es war eine Reise, die unvergesslich für mich ist.
Und HIER verweise ich auch auf meinen Post zu Gerda Taro.
Ihr wurde in Stuttgart ein Denkmal gesetzt.
La vida breve
Das kurze Leben
Lyrisches Drama in 2 Akten, Text von Carlos Fernandez Shaw,
Uraufführung am 1. April 1913 in Nizza, Théatre du Casino
Carlos Fernandez Shaw (1865-1911) war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein erfolgreicher Zarzuela-Librettist.
Was ist eine Zarzuela = es ist die spanische Operette.
Manuel de Falla
23. November 1876 in Cádiz
14. November 1946 in Alta Gracia bei Córdoba (Argentinien)
De Falla errang bereits 1898 und 1899 mehrere Auszeichnungen. Zwischen 1901 und 1903 wandte er sich der erfolgversprechenden Zarzuela zu und komponierte einige dieser spanischen Operetten, setzte aber dann sein Studium bei Felipe Pedrell, dem Lehrer der bedeutendsten spanischen Komponisten, Isaac Albéniz
und Enrique Granados fort. Die Hinwendung zu einer national geprägten Musiksprache zeigte sich erstmals deutlich in seiner 1904/5 entstandenen Oper
La vida breve.
Von 1907 bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges lebte de Falla meist in Paris, in freundschaftlicher Verbindung zu Debussy, Ravel, Dukas und Albéniz. 1914 kehrte er in seine Heimat zurück, nach Granada und trat als Pianist hervor. Nach einer Konzertreise blieb er für immer in Argentinien.
Im Auftrag der Prinzessin de Polignac verfasste de Falla 1919 bis 1922 die Puppenoper El retablo des Maese Pedro (Meister Pedros Puppenspiel) nach Cervantes. Die Komposition des bereits 1926 begonnenen szenischen Oratoriums Atlántida konnte de Falla nicht mehr abschließen.
Wie Janacek und Bartok schuf de Falla, ausgehend von der Volksmusik seiner Heimat, eine zwar nicht avantgardistische, doch moderne Musik, die impressionistische Stimmung und expressionistische Klanglichkeit mit den nationalen Farben seiner Heimat verbindet.
Da Falla hat u.a. den Dreispitz geschrieben, ein Ballett, das ich schon gesehen hat. Wundervoll.
Die Handlung von La vida breve
Das Haus der Großmutter im Albaicin, einem Gitano-Viertel von Granada. Aus der nahen Schmiede hört man das Hämmern und den melancholisch-fatalistischen Gesang der Arbeiter über die ungleiche Verteilung von Glück und Unglück, Reichtum und Armut.
Aus der Ferne dringen die Rufe der Straßenverkäufer herüber. Die Abuela (Großmutter oder Oma) sorgt sich um einen ihrer Vögel im Käfig. Wie dieser Vogel, der matt seine Flügel hängen lässt, kommen ihr die traurigen Stimmungen nachhängende Salud vor, die sich in den wohlhabenden Burschen Paco verliebt hat. und ihn sehnsüchtigt erwartet.
Saluds Traurigkeit verschwindet sofort, als Paco, wenn auch verspätet, zum Stelldichein erscheint und ihr seine Liebe schwört. Von beiden nicht bemerkt, kommt Onkel Sarvaor angelaufen, sehr aufgebracht und Paco drohend. Die Großmutter hält ihn zurück. Sie bekommt zu hören, was sie schon geahnt hatte, Paco hat für den folgenden Tag das Hochzeitsaufgebot zur Trauung mit Carmela, einem Mädchen seines Standes, bestellt. Unterdessen nehmen Salud und Paco unter innigen Liebesschwüren Abschied voneinander - "bis morgen" - .
Die Nacht bricht herein. Langsam verklingen die Stimmen in der Stadt.
Ein Blick durch das Fenster zeigt die schreckliche Wahrheit. Ihr ist zum Sterben zumute, sie wünscht den Tod durch Pacos Hand. Aber zuvor will sie dem Geliebten nochmals Aug und Auge gegenüberstehen. Sie stimmt den traurigen Gesang der Schmiede an.
Da kommen die Großmutter und der böse Verwünschungen ausstoßende Onkel, mit dem Salud entschlossen das Haus betritt. Der durch Saluds Lied schon auffallend beunruhigte Paco versucht, ihren vor allen Hochzeitsgästen ausgesprochenen Vorwurf, dass er sie entehrt haben, durch Leugnen abzuwehren, ein für Salud tödlicher Verrat. Sterbend sinkt sie zu Boden.
Für die Teilnahme an einem Wettbewerb um ein spanisches Musikdrama, den die Madrider Akademie der Schönen Künste für das Jahr 1905 ausgeschrieben hatte, wählte de Falla das Thema einer Erzählung von Carlos Fernandez Shaw, der sich bereit fand, das Textbuch zu verfassen.
De Fallas Oper errang zwar den Preis, gelangte aber erst 1914 in Madrid zur spanischen Erstaufführung. Zunächst fand das Werk in Paris die Bewunderung von Komponisten, wie Dukas, Debussy, und Albéniz, auch von Albert Carré, dem Dirigenten der Opéra-Comique, der die Uraufführung (als La vie bréve, französisch von Paul Milliet) ins Auge fasste.
Doch durch Vermittlung von
André Messagers kam ihm Nizza knapp 9 Monate zuvor.
Für die Uraufführung überarbeitete de Falla die Instrumentation, teilte das Stück in 2 Akte und führte die Tänze im 2. Akt ein.
La vida breve mag die Hoffnung auf eine internationale verbreitete spanische Nationaloper nicht erfüllt haben, gleichwohl hat de Falla ursprüngliche spanische Musikformen wirkungsvoll und atmosphärisch dicht verarbeitet. Spanische Tänze, dem Flamenco ähnlichen, ursprünglich andalusischen "cante jondo" den Kastagnettenklang, verbunden mit "Olé Rufen.
Anstelle geschlossener Gesangformen dominiert ein feingewobenes Netz aus chorischen Entwürfen (meist aus der Ferne) und rezitativischen Liedern.
Eine meisterhafte Klangstudie des nächtlichen Granadas bietet das 2. Bild des 1. Aktes.
Es gibt unendliche viele Variationen dieses Tanzes.
Übrigens, eine klassiche spanische Gitarre hat genau 6 Saiten.
Die Stimmung der Saiten ist standardmäßig E A D g h e.
Im
Unterschied zu anderen Gitarrentypen werden bei der spanischen Gitarre
Nylonsaiten verwendet, die für ihren warmen Klang sorgen.
Wir haben damals von de Falla im Garten der Alhambra "Nächte in spanischen Gärten" von de Falla gehört. Ein Ausschnitt habe ich auch in meinem damaligen Post gezeigt.
Noch etwas, Ludwig I. von Spanien war ein König, von dem die meisten Spanier noch nie etwas gehört haben. Seine Regierungszeit währte nur 8 Monate, ein wirklich kurzes Leben. La vida breve.
Ich finde das alles so spannend. Darum schreibe ich darüber.
Was Manuel de Falla sonst noch geschrieben hat, darüber schreibe ich ein anderes Mal, aber er experimentierte auch mit Cembalo und wer seinen Musikstil kennt, erkennt sofort Manuel de Falla.
Quellen: Knaurs und Reclams Opernführer
Wikipedia
Biographie Manuel de Falla "Musik in Spanien"
und die verschiedenen Querverweise, die ich hier im Post angegeben habe.









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