Headerbild: Löwenzahn mit Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)
Viel zuviel Wert auf die Meinung anderer zu legen ist ein allgemein herrschender Irrwahn. *Arthur Schopenhauer*
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. *Kurt Tucholsky*

Man soll Frauen nichts erklären, man soll handeln. *Erich Maria Remarque*

Ein kommunistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert. *Alexander Solschenizyn*

Lieber aus ganzem Holz eine Feindschaft, als eine geleimte Freundschaft! *Friedrich Nietzsche*

Dumme Frauen werden mit gescheiten Männern fertig, aber es bedarf einer klugen Frau, um einen Dummkopf zu lenken. *Rudyard Kipling*

Die Glücklichen sind neugierig. *Friedrich Nietzsche*

Ein Song und seine Geschichte, "Vorabend des Weltuntergangs"

 

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Heute schreibe ich über einen Song, der 1965 auf den Markt kam und den deutschen Titel "Vorabend des Weltuntergangs" trug 
"Eve of Destruction".



Eve of Destruction, viele Sender spielten den Song nicht. Dazu weiter unten mehr dazu.

Über Barry MacGuire, der diesen Song mit rauchiger und markanter Stimme sang, legte das FBI als Konsequenz für den großen Erfolg eine Akte an. 

Der Name Barry McGuire bleibt auch für mich immer mit dem Song "Eve of Destruction" verbunden, es ist auch der einzige Hit dieses Sängers.
Der apokalyptische Protestsong aus dem Jahr 1965 hat auch heute noch nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Eve of Destruction ist ein Song der unter dem Eindruck des Vietnam-Krieges entstand. Zu diesen Zeiten gehörten Protestsongs zur Popkultur,
um Bob Dylan, Pete Seeger, Jimmy Hendrix, Country Joe McDonald mal zu nennen.

Interessant ist, dass der Vietnamkrieg nicht nur mit Maschinengewehren oder Napalm geführt wurde, sondern dass die Kriegsgegner und -befürworter sich über die Lautsprecher der Musikanlagen einen Schlagabtausch lieferten. 

Eine Allzweckwaffe der Kriegsgegner ist "Where have all the flowers gone". Hier stellt Pete Seeger die Frage, "Wo sind all die jungen Männer hin".


 

 Die Antwort findet sich im Lied, die Männer wurden Soldaten und liegen nun in den Gräbern. 

Kriegsbegeisterte lauschen dem Lied "The ballad of the Green Berets" von Elitesoldat Barry Sadler



 
Das Lied endet traurig. Ein Green Beret stirbt den Heldentod únd natürlich dann bei der Verteidigung der Schwachen. 

Der 19 Jahre alte Musiker P.F.Sloan schrieb "Eve of Destruction" inmitten des Kalten Krieges in Los Angeles. Er galt als ein außergewöhnliches Talent und beeinflusste  auch Woody Guthrie und Bob Dylan.

Der Sohn jüdischer Eltern schrieb später auf seiner Facebook-Seite 

"Für mich ist das Lied wie ein Gebet zu Gott, verbunden mit der Hoffnung, Antworten zu bekommen."

Mit Unterstützung von Sessionsmusikern nimmt Barry McGuire den Song am Donnerstagmorgen des 15. Juli 1965 in L.A, innerhalb kurzer Zeit mit heiser und müder Stimme auf. Der Song ist nicht sauber gesungen und Barry liest den Text vom Blatt ab.
Da die Studiozeit abgelaufen ist, gibt es hier lediglich eine Rohfassung. 

Eine Kopie gelangt unter merkwürdigen Umständen zu einer Radiostation in L.A. und wird in dieser unfertigen Version ausgestrahlt.
"Eve of Destruction" trifft den Nerv der Zeit. 

Der Song erreicht im September 1965 Platz eins in den USA und verkauft sich weltweit sechs Millionen mal und wird in Laufe der Zeit zu einer der wichtigsten Protest-Hymnen der Friedensgeneration.
Dieses obwohl viele der patriotischen Radiosender den Song boykotieren. 

Der Songschreiber P.F. Sloan realisiert erst jetzt, dass das Lied einen Angriff auf das System darstellt. 

Barry McGuire, geboren 1935, wendet sich in den 1970er Jahren mehr der christlichen Popmusik zu und macht sich unter den Fans dieser Musik einen klangvollen Namen.

P.F. Sloan stirbt 2015 im Alter von 70 Jahren  

Quelle



Im Film wurde der Vietnamkrieg  verarbeitet, einige Filme habe ich gesehen. 

In Platoon von Oliver Stone sagt der erschöpfte Chris Taylor zu seiner Truppe:

„Day by day, I struggle to maintain not only my strength but my sanity. It’s all a blur. I have no energy to write. I don’t know what’s right and what’s wrong anymore. The moral oft the men is low.“

„Tag für Tag kämpfe ich darum, nicht nur meine Kraft, sondern auch meinen Verstand zu bewahren. Es ist alles verschwommen. Ich habe keine Energie zum Schreiben. Ich weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Die Moral der Männer ist niedrig.“

Diese Worte spiegeln wohl die Situation der Soldaten im Vietnamkrieg wider und vor allem die Situation in der sie sich befunden haben müssen. 

Der Vietnamkrieg wurde zum ersten Mal auch von den Medien ausgeschlachtet, sie waren überall und immer dabei.  

HIER 

Platoon und Full Metall Jacket oder auch The Killing Fields sind so gute Filme, die ich Jedem empfehlen kann.  

Ich habe alle drei gesehen und Full Metall Jacket sogar 2 x.  

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"Eve of Destruction" von diesem Song hatte ich eine Single Platte, die meistens rund um die Uhr gelaufen ist. 

Mein Schwager Garry war im Vietnam-Krieg und Co-Pilot und flog hier Einsätze gegen den Vietcong mit Napalm. Er hat gesehen, was hier angerichtet wurde. 

Napalm, die Amerikaner haben dieses Zeugs eingesetzt.
Entwickelt 1942 an der Harvard Universität, warfen sie es Ende des Zweiten Weltkrieges über japanische Soldaten ab.

Kim Phuc

Heute spricht über diese Verbrechen kein Mensch mehr, oder?

Mein Schwager wurde zum Alkoholiker, kam angeschlagen wieder aus Vietnam zurück und verbrachte die restlichen Jahre in der Armee.

Das Alkoholproblem bekam er nicht mehr in den Griff und alles weitere erspare ich dem Leser.

Er starb vor einigen Jahren an COPD im Endstadium und liegt auf dem Friedhof in Arlington.

Ich denke seine Erlebnisse und die heutige sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung verarbeitete er mit Alkohol und Rauchen. 

Die PTPS gab es immer schon, nur tat  man sich mit der Begriffsfindung schwer und erkannte diese Krankheit auch nicht. 

Hier auch ein sehr interessanter Artikel

Die Amerikaner können die Vietnam-Schlappe nicht verdrängen, sie müssen sie verkraften. Das erfordert die Bereitschaft zur nüchternen Analyse und den Verzicht auf leichtfertige Ausreden. Harte Selbstkritik muß sein, aber zu einer Selbstzerfleischung besteht in Washington kein Anlaß

Nein und dass hier auch Kriegsverbrechen begangen wurde, auch kein Grund für die Amerikaner, die bis hierher in den Kriegen immer als Sieger hervorgegangen sind. 

 Nun ja, Amerika trägt eben den Sheriffstern und zeigt ihn auch der Welt, wie Herbert Grönemeyer es auch in "Amerka" singt. 
Nur, nur, irgendwann klappt das mit dem Sheriffstern auch nicht mehr. 

Wer den Bericht vom Überfall der Amerikanischen Soldaten auf das Dorf My Lai in Vietnam lesen möchte, der schaue HIER
Auch hierüber habe ich einen Post geschrieben. 


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