Radtor zum Papaver somniferum und zur Waldheide in Heilbronn
Werbung
Ende Mai habe ich mich endlich aufgemacht, um mal wieder über das Schozach- bzw. Bottwartal nach Heilbronn und weiter nach Erlenbach zu radeln.
Ich radele lieber durch dieses Tal, die Tour ist zwar länger, aber sie ist schöner, als auf dem überlaufenen und auch langweiligen Neckartalradweg.
Er ist dadurch überlaufen, weil er absolut wenig Steigungen zeigt und für Leute, die das eben nicht mögen, ideal. Ich mag ihn nicht mehr, radele ihn aber, wenn ich zu was anderem keine Lust habe, auch. Zudem auch von Rennradlern stark frequentiert.
Das Stück, das wegen einem Felsabsprung gesperrte Stück am Gipswerk in Lauffen am Neckar und Talheim, ist ja inzwischen wieder gemacht und man kann hier auch wieder seine Strecke machen.
Radelt man diesen Weg bis Heilbronn sind es ca. 35 Kilometer, die macht man in gut 1:25 Std.
Ich finde den Schozachtalradweg schöner und auch interessanter.
An diesem Tag war schon am Steinbruch einiges los, leider kann man im Moment nichts sehen, weil alles so bewachsen ist.
Mein Ziel war Erlenbach, das liegt ca.6,5 Kilometer von Heilbronn und 3,5 Kilometer von Weinsberg entfernt.
Ich kenne Erlebenbach von Kindheit an und hier wohnt auch noch eine entfernte Verwandte von mir, die ich letztes Jahr im Juli auch mal besucht habe. Allerdings dieses Jahr hatte ich anderes vor und besuchen werde ich sie dann mal auf einer anderen Tour.
HIER bei dieser Tour war ich auch auf dem Kayberg, dem Hausberg von Erlenbach.
Erlenbach liegt auch an der Autobahn A6 und daneben liegt auch die Ölmühle und die Felder des Papaver Somniferum, dem Schlafmohn oder auch Blaumohn.
Auch dieses Jahr war ich wieder zu spät dran, aber dennoch habe ich die schönen Blüten des Papaver Somniferums gesehen.
Die Radtour war übrigens heiss und schon recht warm, aber ein Lüftchen weht ja immer, so ist das auch auszuhalten.
Schlafmohn, botanisch heisst er Papaver somniferum darf man nicht anbauen. Er darf weder zur Gewinnung von Mohnsamen angebaut werden, noch als Zierpflanze im Garten gezogen werden.
Die Gesetzgeber haben allerdings dieses Gesetz ganz ohne den Mohn gemacht. Dieser hält sich nicht an irgendwelche Paragrapfen, denn er sät sich selbst aus. Steht er da, blüht er wunderschön.
Mohn wird ca. ab 6000 v. Chr. angebaut und als Heilpflanze und zur Gewinnung von Mohnsamen und Mohnöl genutzt. Schlafmohn gehört auch zu den ältesten Kulturpflanzen.
Deshalb ist es schon ein wenig absurd, ein Paragraph würde genügen um dem Mohn nach so vielen Jahren den Garaus zu machen.
Der Milchsaft des Schlafmohns enthält verschiedene Alkaloide, von denen der größte Anteil, das Morphin, bekannt ist, das stärkste Schmerzmittel. Es führt zu großer Abhängigkeit, deshalb strikt rezeptpflichtig und man darf es nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.
Doch halt:
Im Gegensatz zu England, Österreich und der Schweiz und den meisten europäischen Ländern ist der Anbau von Schlafmohn in Deutschland nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt. Diese Genehmigung muß bei der Bundesopiumstelle beantragt werden, kostet 95 Euro und wird zunächst für 3 Jahre erteilt. Danach ist eine kostenfreie Verlängerung möglich.
Für den Anbau ist daher, unabhängig von der Zahl der Pflanzen, eine betäubungsmittelrechtliche Erlaubnis nach § 3 BtMG erforderlich, die bei der Bundesopiumstelle beantragt werden muss. Das gilt nicht nur für die gewerbliche, sondern auch für die private Nutzung, etwa im Garten. Angebaut werden dürfen ausschließlich morphinarme Sorten. Hierzu zählen aktuell die beiden Sommermohnsorten "Mieszko" und "VIOLA" sowie die Wintermohnsorte "ZENO MORPHEX" mit einem Morphingehalt von jeweils unter 0,02 %.
Ich habe vor Jahren schon mal für den damaligen Flowerday bei Holunderblütchen diesen Blaumohn im Glashafen gehabt, denn ich habe den am Bahndamm gefunden und mit nach Hause gebracht, er hat aber nicht lange gehalten.
Hier in der Ölmühle kann man sich eindecken.
Ich habe nichts mitgenommen, da ich ja mit dem Rad unterwegs war und ob ich da extra mit dem Auto hinfahre, denke ich allerdings nicht.
Die Radtour habe ich ja nur gemacht, um die Mohnfelder zu sehen, hier blüht auch der Rote Mohn.
Aber es ist schon irre.
Gottseidank waren an diesem Tag nicht so viele Leute da, aber alleine schon die Autos, die hier auf- und abgefahren sind, haben mir gelangt. Ich frage mich, wie es zu HOCH-ZEITEN hier aussieht.
Klar habe ich auch noch zwei Videos gemacht, ich konnte mich tatsächlich nicht bremsen, so schön war das.
Die Pracht ist nun sicherlich auch vorbei. Wenn ich nächstes Jahr noch lebe und noch radeln kann, werde ich wieder dorthin radeln. Naja, angeblich soll ja die Welt irgendwann im Herbst untergehen, man weiß ja nie.
Über Felder und Weinberge bin ich dann nach Weinsberg geradelt und da bin ich an einer Gärtnerei vorbeigekommen, die Rosen züchtet, eine schöner, als die andere.
Wer Rosen kaufen möchte, ist, so bin ich mir sicher, ist hier in guten Händen.
Sabine ist immer von der Geschichte der Weibertreu angetan und was Frauen so alles machen.
Dieses Mal hatte ich allerdings etwas anderes vor.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die neue Schöpfung von Peter Lenk aufmerksam machen, die hier in Böblingen steht und die ich letztes Jahr beradelt habe.
Er behandelt hier in diesem Denkmal genau diese Geschichte.
Selbst in Weinsberg steht ein schönes Denkmal für die Weiber von Weinsberg.
Ein kleiner Blick genügte mir schon, an diesem Tag hier zu stehen, war gewöhnungsbedürftig, es war so warm, dass ich froh war, wieder auf dem Rad zu sitzen und ein Lüftchen wehen zu lassen, dann lässt es sich wirklich gut aushalten.
Heilbronn und die Waldheide, das ist Geschichte und ich habe auch schon darüber berichtet.
John J. Pershing war ein amerikanischer General.
Die Waldheide in Heilbronn ist eine rund 52 Hektar große Lichtung. Sie erlangte traurige Berühmtheit als ehemaliger Stationierungsort nuklearer Pershing-II-Mittelstreckenraketen der US-Streitkräfte während des Kalten Krieges.
Vorher wurde dieses Gelände im Stadtwald von Heilbronn ab 1883 als Exerzierplatz und ab 1951 vom US-Miltär genutzt.
In diesem Zuge des NATO-Doppelbeschusses wurden dort ab 1984 atomar bestückte Pershing-II-Raketen stationiert.
Am 11. Januar 1985 expodierte bei Montagearbeiten das Triebwerk einer Pershing-II-Rakete.
Drei US-Soldaten kamen ums Leben. 16 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.
Dieser Unfall löste Massenproteste aus und machte Heilbronn zum Zentrum der westdeutschen Friedensbewegung der 1980er Jahre.
Quelle: Wikipedia
Die Waldheide heute:
Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Raketen bis 1990 abgeogen und die Basis vollständig geräumt. Heute ist die Waldheide ein renaturiertes Naturschutzgebiet und ein beliebtes Naherholungsgebiet.
Ich habe darüber ja schon auf meinem Blog berichtet, aber ich finde den Post gerade nicht.
Hier habe ich den Post, mit dem Gedenkstein.
In diesem Zusammenhang weise ich auch auf meinen Post vom letzten Jahr hin, hier war ich mit dem Rad in Mutlangen, hier waren auch Pershing-Raketen stationiert. Auch heute ein schönes Naherholungsgebiet.
Ich bin an solchen Dingen immer wieder interessiert und werde auch darüber berichten.
Denn ich habe das alles damals mitbekommen.
Gefragt habe ich mich, was diese grünen Teile sind. Es sind Befestigung für den sogenannten NATO-Draht.
Den findet man auch immer wieder am Gefängnis in Stammheim und auf dem Hohenasperg.
Weiter ging es nun den bekannten Weg über Donnbronn, Ilsfeld usw.
Auf dem Schozachtalradweg habe ich auch einen interessanten Baum gesehen, den stelle ich heute Abend noch vor.
Zusammenfassung
Tour am 28. Mai 2026
90 Kilometer
1.742 Höhenmeter
870 Climb
872 Downhill
4,5 Stunden Fahrzeit
Gesamtkalorien 2.144 KCAL
Wetter: 17 Grad
Luftfeuchtigkeit: 62 %
Luftqualität: 2
CO2 Einsprung = 14,2 KG
Ich fahre mit dem Rad, das ist mein Beitrag zum Umweltschutz und meine Flow-App sagt mir das auch, gerne.





























































Kommentare:
AntwortenLöschen