Rund herum!
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Am Fronleichnam war zwar das Wetter nicht so prickelnd, aber ich habe doch eine kleine Tour hier rund herum unternommen.
Berichtet habe ich schon ein wenig
HIER
davon
So recht hatte ich ja auch kein Ziel und habe immer wieder umgeplant.
Habe soviele Wiesenbocksbärte gesehen, habe das
Kreuzfahrtschiff in Bietigheim fotografiert und bin dann durch den Bietigheim Forst geradelt. Es gibt hier aber auch einige Trails, die ich schon geradelt bin, so ist das nicht.
Aber das war mir dann doch zu schmutzig.
Ich habe dort die Rosa multiflora gesehen, die Büschelrose, so schön. 
Durch meine Recherchen habe ich gelesen, was es dort schon vor 500 Jahren für einen Streit gegeben hat.
Ich habe mich dann unterwegs entschlossen zum Husarenhof zu radeln, das war gar keine schlechte Entscheidung, denn dort habe ich viel gesehen.
Warum heisst das Husarenhof:
Der Husarenhof gilt als nicht vollwertiger Ortsteil, die Menschen, die dort wohnen fühlen sich wie in einer Enklave, die zum Teilort Ottmarsheim gehört. Der Husarenhof gehört aber schon länger zu Besigheim, als zu Ottmarsheim, das wurde 1971 eingemeindet. Verwaltungstechnisch gehört der Weiler zu Besigheim, geht es um lebenspraktische Dinge, sind die Bewohner aber eher auf Ingersheim ausgerichtet. Es ist kompliziert.
Das charakteristische am Husarenhof ist, es gibt keine öffentlichen Gebäude. Es ist einfach eine Häuseransammlung an der Straße und die Anfänge sind wenig bekannt.
Der Pfarrer und Stadthistoriker Friedrich Breining schreibt in seinem 1926 erschienenen Buch "Alt-Besigheim in guten und schlechten Tagen":
"Der Name ist uns übrigens vor dem Ende des 18. Jahrhunderts nie begegnet; es ist immer nur vom "Hof" oder vom "Landauer´schen Hof" die Rede."
Offenbar war ein Hof die Keimzelle, was die Husaren damit zu tun haben, weiß kein Mensch.
Hier, es ist Ingersheim, steht das Windrad von Ingersheim, es ist das erste, das hier gebaut wurde. Damals hat niemand damit gerechnet, dass das so einen Aufschwung geben würde, Windräder, die die Landschaft verschandeln und jede Menge Bäume dafür gefällt werden müssen und auch damit andere Menschen dran verdienen. Auch ein Windrad muß irgendwann mal entsorgt werden und das ist nicht einfach. Wo bringt man den ganzen Schrott dann mal hin?
Das Wetter war zeitweilig auch nicht prickelnd.
Es ist das einzige Windrad im Landkreis Ludwigsburg und steht auf Ingersheimer Gemarkung. Es handelt sich dabei um den Bautyp E82 der Firma ENERCON
Hier am Husarenhof habe ich auch diesen Pilz gesehen, den ich gar nicht kannte und auch die schöne Phacelia mit den Bienen.
Die gelbe Lohblüte
Und auch hier, wie bei mir bei den Bauernhöfen in der Nähe verläuft der 43 Kilometer lange Abschnitt der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) von Löchgau bis Esslingen, an dem seit Frühjahr in Etappen gebaut wird.
Bis im Herbst dieses Jahr soll Leitung an das Bestandnetz von Terranets BW angeschlossen sein.
Diese Leitung soll ein Wegbereiter der Energiewende sein. Diese neue Transportleitung sorgt für eine sichere Versorgung mit Wärme und Strom.
Ab Anfang der 30er Jahre soll hier Wasserstoff transportiert werden. Na, wenn das mal kein Flopp ist.
Wasserstoff zu produzieren ist nicht ganz einfach.
Wer weiß, vielleicht lebe ich 2030 gar nicht mehr oder alles ist wieder anders.
Es ist blöd, eine Tour ohne Ziel und einfach so zu radeln, ich mag das nicht, mich treiben lassen. Also bin ich wieder zurück in den Bietigheimer Forst und dort auf die
Salenkanzel in Hessigheim, auf der man, wenn es nicht so Grün ist auf die Schleuse von Hessigheim und die Umgegend blicken kann. Es ist aber auch so ein schöner Ort, sehr ruhig und erholsam, ein sehr sehr schöner Wald.
Wenn ich schon in Hessigheim bin, schaue ich mir die herrlichen Kirschen an, die dort wachsen. Früher bin ich immer nach Hessigheim mit dem Auto gefahren, weil meine Lieben so gerne Kirschen gegessen haben und die sehen wirklich auch gut aus und sind günstig. Das ist eine ganze Plantage mit Kirschen. Inzwischen dürften sie abgeerten sein.
Ich bin als Kind darauf getrimmt worden, entweder isst du Kirschen oder du trinkst etwas. Das war damals so, weil man angeblich bei Steinobst Bauchweh bekommen hat und wohl sterben mußte. Da ich immer Durst hatte und nicht sterben wollte, habe ich mich für das Trinken entschieden und inzwischen bin ich kein Kirschenfan.
Oma meinte immer, weil ich soviel getrunken habe, ich würde mal im Schossengraben enden. Bis ich da mal drauf gekommen bin, dass das aus dem französischen kommt und eigentlich Chausseegraben heisst.
Oma hatte da einiges an Wörtern drauf, bei denen ich erst später drauf gekommen bin, was sie damit meinte. Des isch halt verhohenlohischt ond da gibt es noch mehr Wörten aus dem französischen.
Über Hessigheim bin ich dann nochmals nach Ingersheim geradelt und bin am Schloß vorbei, da bin ich immer gerne.
Habe auch soviel schon davon berichtet. Leider ist es nun so, dass hier auch alles zugemacht wurde und ich hier ins Schloß nicht mehr reinkann, das ist schade.
Hier in Ingersheim am Schloß wurde auch die Serie "Die Kirche bleibt im Dorf" gedreht. Eine Urschwäbische Serie, die so klasse ist und sich um den Pfarrer aus Norddeutschland dreht, der der norddeutsche Grasdackel ist und der an der schwäbischen Sprache und dem Zwist zwischen Ober- und Unterrieslingen fast verrückt wird.
Was ist ein Grasdaggl, ein schwäbisches Schimpfwort. Es beschreibt einen Dummkopf, Trottel oder eine ziemliche Dumpfbacke. Der Begriff wird aber auch liebevoll und neckend für einen schusseligen, zerstreuten oder unüberlegt handelnden Menschen verwendet.
Der Grasdaggl gehört zur schwäbischen Dackelfamilie, wie auch der Halbdackel oder der Granatendackel, der sich spielerisch bis ärgerlich auf alles Mögliche richten kann.
Übrigens ein Halbdackel möchte kein Schwabe sein, wenn schon dann ein ganzer Dackel.
Die schwäbische Dackelfamilie
HIER
Alle Folgen kann man dort sehen.
Als ich am Schloß in Ingersheim angekommen bin, wurde ein Feschtle gefeiert und Schweinebauch gegrillt, da ich das nicht mag, habe ich mich verzogen.
Die Aussicht auf den Neckar genieße ich immer wieder.
Ich ringe immer wieder mit mir, ob ich so eine Schiffsfahrt mal machen soll. Mein Freund und ich sind zwar schon auf dem Bodensee gesegelt, aber bei so einem Menschenauflauf mag ich nicht mitfahren. Ich bin doch Vegetarier.
Ein Blick in die Georgskirche habe ich auch noch geworfen. Sie war zur Feier des Tages geöffnet.
An dieser Orgel wurde auch "Highway to hell" gespielt.
Der Herr Pfarrer mit der Organistin. Ich sage es war eine so tolle Serie.
Es ist auch eine mehr als interessante Kirche.
Habe mich in das ausliegende Buch eingetragen.
Blick in den Chor, leider kommt das Fenster nicht so raus, weil es draußen zu hell ist, aber ich habe es nochmals.
Ein Blick zum Himmel, der hat nix Gutes gesagt, aber es gab Rosen, viele Natternköpfe.
Warum soviele Rosen an Weinbergen stehen, das dürfte ja bekannt sein.
Rosen stehen am Weinberg, weil sie sowas wie ein Frühwarnsystem sind.
Sie dienen als Indikatorpflanzen für den Echten und den falschen Mehltau.
Rosen sind empfindlicher, als Weinreben und werden ca. 14 Tage früher befallen. Hierdurch erkennen die Winzer dann den Pilz rechtzeitig an den Rosen und können schon für die Reben Vorsorge treffen.
Bis nach Hause hat mich eine dunkle Wolke verfolgt, dann kurz vor Zuhause hat es geregnet zwischendurch nur getröpfelt. Glück gehabt.
Vorbeigekommen bin ich auch noch an der Kirche in Großingersheim und habe dort noch einen Blick in den Skulpturenweg mit Werken von Jörg Failmezger sehen.
Einen Bildhauer, den ich auch hier schon oft gezeigt habe, er arbeitet meistens mit Glas.
Einige der Skulpturen von Jörg Failmezger habe ich in der Camera, die sind aber so schön, dass ich gesondert davon berichten werde.
Aber auch der alte Friedhof um die Martinskirche ist sehenswert, in die Kirche muß ich unbedingt mal fotografieren, dazu muß ich aber erst einen Termin ausmachen. Hier sind u.a. auch Kirchenfenster von Wolf-Dieter Kohler zu sehen. Auch über ihn habe ich schon berichtet.
Martinskirche in Großingersheim.
Wieder einen neuen Weg entdeckt, den ich gar nicht kannte, denn von Großingersheim an der Kirche kommt man direkt in das Pleidelsheimer Wiesental.
Dort beim Bänkle kann man Frösche, Libellen, Käfer usw. sehen.
Die waren aber wohl an diesem Tage auf einem Betriebsausflug. Aber da kommt sicherlich auch noch, dass ich sie fangen kann.
Auch wollte ich einen Distelfalter fangen, aber der wollte nicht in die Camera.
Da ich kurze Hosen getragen habe, wollte ich nicht zu sehr ins hohe Gras gehen.
Aber es gab hier die schönsten Blauen Federlibellen.
Ich habe davon berichtet:
Ich hatte immer noch nicht genug und wollte noch nach den Störchen am Schloß in Benningen schauen und siehe, die Jungen sind schon da und die Eltern haben so schön geklappert. Sowas schönes.
Hier hatte es schon etwas geregnet und ich habe mich gewundert, dass die Störche nochmals kräftig ausgelüftet haben.
Störche haben ein wasserabweisendes Gefieder und haben ein angeborenes Verhalten sich gegen Nässe zu schützen. Hier meiden sie kräftezehrende Flüge, dass das Gefieder nicht durchnässt wird. Die Störche schützen ihren Nachwuchs, indem sie sich über die Kücken stellen (Hudern) und sie mit ausgebreiteten Flügeln schützen.
Bei Regen, der lange anhält, stoßen Störche an ihre Grenzen, wenn das Gefieder aufweicht und die Federn ihre isolierende Wirkung verlieren. In großen feuchten Nestern staut sich das Wasser und wird für Jungvögel gefährlich.
Von hier aus habe ich noch einen neuen Weg entdeckt, der etwas ungewöhnlich war und über Treppen ging, aber auch das habe ich gemeistert und habe mich entschlossen, noch auf der Brandkrautwiese in Richtung Monrepos vorbeizuradeln.
Auch hier habe ich schon geschrieben, warum das Brandkraut diesen Namen hat. Der Stiel des Brandkrautes wurde früher als Docht für die Öllampen benützt.
Ich finde es schon sehr sehr schön und die Insekten mögen das Brandkraut auch.

Sodele von hier aus hatte ich mich entschlossen, noch über das Monrepos nach Hause zu radeln. Ich mag diesen Blick auf das Schlösschen meinen Lieblingsplatz.
Leider mag ich diesen Blick nicht alleine.
Ein ukrainisches Ehepaar, das mit seinen 4 Kindern hier war, war ganz begeistert.
Ich hatte gedacht, dass ich heute meine Tour nach Weikersheim machen kann. Es hat sich aber Besuch aus Stuttgart angemeldet und will in meinem Café Kaffee trinken und Erdbeerkuchen essen.
Barbara kommt mit dem Rädle aus Stuttgart und wir fahren dann gemeinsam über das Glemstal nach Stuttgart und ich wieder zurück. Welchen Weg ich hier nehme, weiß ich noch nicht.
Macht nix, die Tour hole ich dann nächste Woche nach, dann bezahle ich halt 7,50 Euro für mein Rad, weil ich werktags vor 9:00 Uhr fahre. Aber die Tour ist so umfangreich und es gibt soviele Fotomotive, da brauche ich die Zeit.
Das Wetter wird an den meisten Tagen in der kommenden Woche schön, am Donnerstag soll es sogar 32 oder auch 34 Grad geben.
Morgen wirds auch schön, vielleicht mache ich mich da auch schon auf.
Als nächstes kommt dann die Burg, da freue ich mich auch drauf.
Zusammenfassung kleine Tour am 4.Juni 2026
45 Kilometer, ist zwar wenig, dafür war die Tour auf die Burg schon etwas mehr
1.012 Höhenmeter
507 Climb
505 Downhill
2,00 Stunden Fahrzeit
1.329 Gesamtkalorien KCAL
Wetter 18 Grad, regnerisch kaum Sonne
Luftfeuchtigkeit: 69 %
Luftqualität: 2
CO2 Einsparung = 6,9 KG
Ich hoffe, dass Blogger meine Korrekturen übernommen hat, gestern war das nicht der Fall.
Wurde nicht korrigiert, dabei habe ich aktualisiert.















































Kommentare:
AntwortenLöschenGuten Morgen liebe Schwabenfrau,
AntwortenLöschenich habe mich halb tot gelacht, das ist so genial und ja ich glaube, manchmal bin ich auch ein Grasdaggl, eben schusselig.
Wunderbar, vielen Dank für dieses tollen Post.
Einen schönen Sonntag bis später, ich freue mich. Gruß Barbara