Gesalzener Rahmkuchen, Quittengelee und Zwetschgengsälz
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Theodor Heuss, der erste Präsident der Bundesrepublik, sagte einmal: "Mit einiger Schüchternheit nenne ich auch eine herrliche Spezialität, die manchem Freund als barbarisch erscheint, das ist der Zwiebelkuchen.
"Wessen Sache der Zwiebelkuchen nicht ist oder wer ihn seinen Gästen nicht unbedingt vorsetzen möchte, probiere es doch einmal mit dem nachfolgenden Rezept des gesalzenen Rahmkuchens, denn heiß serviert zu einem Glas altem oder auch neuem schwäbischen Wein, oder auch zu einem Apfelschorle ergibt sich eine jener angenehmen Überraschungen, die man immer wieder erleben kann, wenn alte Rezepte oder früher übliche Gerichte ausgegraben werden. .
Auch bei Kirben (Kirchweihen) und Heimatfesten taucht immer öfters diese alte Spezialität wieder auf und sie ist es wahrhaftig wert, eine weitere Verbreitung zu finden.
Meine Oma hat den Rahmkuchen immer Zuhause vorbereitet, wie die Kuchen und das Brot auch und ist dann mit dem Leiterwagen zum Backhaus in Cleversulzbach gefahren.
Wenn ich bei der Oma zu Besuch war, dann durfte ich immer hinten im Leiterwagen zwischen den Kuchen sitzen und habe immer wieder am Streuselkuchen genascht.
War eigentlich schon schön, die Fahrt vom Haus der Oma zum Backhaus, das kam mir immer sehr lange vor, aber es sind wirklich nur ein paar Meter. Am Eckhaus der Frau Stephan hat sie immer noch einen Plausch gehalten und ist dann ins Backhaus gefahren. Die zwei Öfen hat sie schon am frühen Morgen mit den anderen Frauen vorgeheizt. Ja, sie hat aber nicht nur mit der Frau Stephan geplauscht, nein aber das kann man beim Post Ofenbauer lesen.
Das Backhaus in Cleversulzbach gibt es nimmer und ich habe manches, was hier die Frauen gemacht haben, nicht so recht verstanden.
Als ich vor Jahren mal mit dem Rad unterwegs war, habe ich zwei Ofenbauer beobachten können, die mir einiges erklärt haben.
HIER, das war schon mächtig interessant.
Nachdem ich ja den Zwiebelkuchen gezeigt habe, kommt jetzt der
gesalzene Rahmkuchen.
Für den Teig
200 g Mehl
60 g Fett (Butter)
1 Prise Salz
100 ml Milch
Füllung:
2 Becher saure Sahne
3 Eigelb
Salz
Petersilie
Kümmel
Zubereitung
Die Zutaten zu einem glatten Mürbteig kneten. Der schmeckt schon mal richtig gut.
Dann ca. 30 Minuten kalt stellen.
Danach den Teig auswellen, das Blech ausbuttern den Teig einlegen und die Masse (die man untereinander gemischt hat) darauf verteilen, reichlich Petersilie drüber verteilen.
Backzeit: 30 Minuten bei 200 Grad.
Der Rahmkuchen sollte heiß gegessen werden, aber er schmeckt auf kalt..
Aber er ist nicht kalt geworden, der Besuch hat alles weggefuttert.
Heute würde man den Rahmkuchen als Fingerfood bezeichnen, denn er ist auf jeder Party sehr gerne gesehen.
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Ich war ja unterwegs und habe einen ganzen Beutel mit Quitten im Garten geholt und ihn nach Hause geschleppt, denn dort kann man mit dem Auto nicht hinfahren. .
Schade, dass "mein Fraule" nichts mehr im Garten machen kann und die Quittenbäumchen, es sind Birnen- und Apfelquitten, die noch letztes Jahr so schön waren, gammeln vor sich hin. Leider will keiner der Nachkommen hier etwas machen und so durfte ich die Quitten holen. Ich muß nur ein Gläschen des Gelees vorbeibringen.
Viele Quitten liegen am Boden und faulen vor sich hin, aber ich konnte noch einige der Apfelquitten vom Baum holen.
Ich habe also Quittengelee gemacht.
Wenn man weiß wie es geht und die Arbeit nicht scheut, dann bekommt man ein hervorragendes Quittengelee, das sehr gut schmeckt. Das Quittengelee kann ich auch für die Weihnachtsbäckerei oder eine Tarte verwenden.
Kauft man gescheites Quittengelee ist es sehr teuer und schon alleine die Farbe, sieht aus wie Pisse, schreckt mich ab. Quittengelee muß Rot sein und durchsichtig und das bringe ich schon fertig. Meine Oma und meine Mutter machten es auch so.
Was man auch beachten sollte, Quitten haben eine pelzige Oberschicht, also die Quitten nicht waschen, sondern nur abreiben.
Ich habe keinen Entsafter, aber ich habe die Quitten in Stücke geschnitten mit Wasser bedeckt und kochen lassen, das gibt dann so eine hellgelbe Masse, die ich in eine Stoffwindel leere und dann austropfen lasse.
Ich habe auch schon aus dem Mus Quittenbrot gemacht, das mag aber Keiner.
Hier hat es immerhin 2 Liter Saft gegeben und den habe ich zusammen mit
Zitronensäure, 800 gr. Zucker gekocht und das Gelee hat eine wunderschöne rote Farbe bekommen und es sind Geschenke aus der Küche, die immer wieder gerne angenommen werden, denn mein Quittengelee war schon bei den Kollegen sehr beliebt.
Die Masse sollte man mindestens eine Stunde sprudelnd kochen lassen, zwischendurch immer wieder umrühren und dann bekommt das Gelee diese Farbe. Übrigens Quitten enthalten soviel Pektin, dass man keinen Gelierzucker braucht.
Auch beim Zwetschgengsälz verwende ich keinen Gelierzucker einfach kochen lassen. Wenn man eine Gelierprobe macht, dann ist alles gut.
Einen Post über Quitten und die verschiedenen Sorten, sowie das, was man alles aus Quitten machen kann, habe ich HIER verfasst.
Was ich noch gemacht habe, ist Zwetschgengsälz, das gibt für etwa 4 Kilo Zwetschgen und 1 Kilo Zucker zusammen mit Zimt ein wunderbares Gsälz.
















Kommentare:
AntwortenLöschenSehr schön, da habe ich morgen zum Frühstück für die Brötchen schon ein Gelee. Danke jetzt hast du nur noch fünf Gläschen.
LöschenLG Wolfgang
Ja, bitteschön, normalerweise passiert das nicht. Aber der Post ist mir entfleucht. Macht nix, dann freu dich morgen auf das Frühstück.
AntwortenLöschenLG Eva