Tour von Zuhause über den Rosensteinpark in Richtung Eiernest.
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Das war nun die letzte Tour im Oktober.
Aber ich habe eine erste Tour im November schon hinter mir.
Leider bin ich diese Woche noch gar nicht geradelt, auch am Wochende kommt Besuch, aber ich hoffe, dass die nächste Woche etwas radelintesiver werden wird.
Diese Tour war total schön und das Licht war wunderbar. Licht und Schatten gaben sich die Hand.
Mein Freund und ich sind von Zuhause nach Stuttgart geradelt und dort durch den Rosensteinpark und hier haben wir diesen wunderschönen Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) gesehen.
Vorbei an der Roßebändigergruppe von Ludwig von Hofer.
Beschrieben habe ich die Gruppe und auch die Platanenalle und jede Menge wissenswertes.
HIER
Ich fahr immer dran vorbei, wenn ich über die Platanenallee radele.
Es ist auch ein beliebter Treffpunkt, den man nicht verfehlen kann.
Die Tour führte uns weiter durch den Schloßgarten, am Opernhaus vorbei in Richtung Marienplatz.
In der Nähe des Marienhospitals ging es kräftig den Berg hoch zum Eiernest.
Ich muß gestehen, ich war noch nie dort. Bin nur immer dran vorbeigeradelt.
Die Siedlung wurde in den Jahren 1925/1936 als soziales Notstandsprogramm der Stadt Stuttgart gegen die herrschende Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg errichtet.
Orientiert an der Idee der englischen Gartenstadtbewegung, schmiegen sich 176 kleine, eingeschossige Reihenhäuser (ursprünglich mit ca. 45 bis 50 qm Wohnfläche) mit winzigen Vorgärten und großen Gärten eng aneinander.
Der Name leitet sich von dem Flurnamen "Eiernest" ab (welcher wieder aus einer älteren Bezeichnung wie "Adlernest" hervorgegangen sein soll).
Seit 1986 steht die gesamte Siedlung als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Nach einer Phase der Privatisierung ab 2004 und zwischenzeitlichen unautorisierten Umbauten wurde später wieder streng auf den Erhalt des einheilichen historischen Charakters geachtet.
Heute ist das Eiernest ein kleines "Bullerbü mitten in der Stadt". Es hat eine starke Nachbarschaftskultur, viel Grün und gilt als extrem kinderfreundlich mit eigenen gemeinschaftlichen Initiativen, wie z.B. den historischen Kinderladen in der Eierstraße.
Es gibt natürlich noch mehr Siedlungen in Stuttgart aber die Siedlung Ostheim, ist die schönste.
Über diese Siedlung hab ich schon mal berichtet.
Man darf natürlich nicht vergessen, wie arm die Leute damals waren und deshalb froh waren, ein so kleines Häuschen zu haben, vor allem, weil auch die Wohnungsnot so groß war.
Das Eiernest wurde unter der Leitung des Stuttgarter Hochbaumtes unter Stadtbaurat Albert Pantle, sowie den Architekten Kübler, Eppler und Hangleiter errichtet.
Interessant ist, dass die Häuser in einer schnellen Holzbauweise errichtet wurden. Ursprünglich ging man von einer Standzeit von etwa 10 Jahren aus.
Die Häuser stehen heute noch und haben auch den 2. Weltkrieg überstanden.
So und jetzt gings noch einmal recht knackig den Berg hoch, nämlich in Richtung Dornhaldenfriedhof, über den berichte ich ein anderes Mal.
Dort steht der Belüftungskamin des Heslacher Tunnels. Er ist ein markantes, industrielles Bauwerk, das optisch an einen Hochofen erinnert, aber vollständig mit Holzschindeln verkleidet ist. Er befindet sich oberhalb des Tunnels am Rande eines Waldgebietes beim Dornhaldenfriedhof.
Feriggestellt wurde er 1989. Er liegt rund 80 Meter über dem Tunnelniveau und ragt nur wenige Meter über die dortigen Baumwipfel hinaus.
Leistungsstarke Strahlventilatoren leiten die mit Autoabgasen belastete Luft aus dem 2,3 Kilometer langen Tunnel direkt zum Kamin.
Die Abluft wird mit einer hohen Geschwindigkeit von etwa 20 m/s nach oben ausgeblasen. Durch den starken thermischen Auftrieb und die schnelle Vermischung mit der Außenluft bleibt die zusätzliche Schadstoffbelastung für die direkte Waldumgebung minimal.
Bis in die 1980er-Jahre hinein galt der Stuttgarter Stadtbezirk Heslach als einer der lautesten und schmutzigsten Orte Deutschlands. Die sechsspurig ausgebaute Bundesstraße 14 schnitt mitten durch das Wohngebiet.
"Wo wonsch? In Heslich, oh noi!"
Aber leider hat dieser Stadtteil so ganz dieses Image nicht los bekommen.
Nun, die B 27 geht auch mitten durch Stuttgart, das ist auch nicht gerade schön, aber es gibt keine Lösung.
Was sich tagtäglich an der Prag, dort treffen drei Bundesstraße zusammen tut, ist schon nicht mehr normal.
Um die Anwohner vor Lärm und Abgasen zu entlasten, beschloss man eine damals recht kühne Lösung. Der Durchgangsverkehr sollte unter die Erde verlegt werden.
Der Vortrieb und der Bau erfolgten zwischen 1981 und 1991 in drei großen Abschnitten.
Der zentrale Abluftkamin wurde 1989 fertiggestellt. Zwei Jahre vor der feierlichen Gesamtinbetriebnahme des Tunnels am 7. Mai 1991.
Was viele nicht wissen, der Tunnel wurde als Zivilschutz-Mehrzweckanlage angelegt. Er war der letzte öffentliche Schutzbunker, der in Stuttgart gebaut wurde, und sollte im Ernstfall Tausenden Menschen Schutz bieten. Das ausgekügelte Schachtsystem des Kamins war elementar für die Luftversorgung.
Heute ist der Tunnel in der Fachwelt ein gelungenes Beispiel dafür, wie rein funktionale und umwelttechnische Infrastruktur durch bewusste Material- und Formgebung landschaftsverträglich gestaltet wird.
Ein Architekt ist in den Quellen nicht angeben, wurde aber vom Tiefbauamt der Stadt Stuttgart realisiert.
Das Garnisonsschützenhaus liegt etwas weiter vom Abluftkamin auf der Dornhalde.
Das Wach- und Wohnhaus wurde 1880, das Hauptgebäude mit Scheibenwerkstatt und Kantine 1893/94 im Schweizerstil für den damaligen Schießlatz der königlichen Garnison Stuttgart errichtet.
Auf dem Schießplatz wurden Soldaten auf drei Kriege vorbereitet. Zwischen 1941 und 1945 fanden dort zudem Hinrichtungen von Soldaten und Polizisten durch die NS-Justiz statt.
Von 1948 bis in die 1960er Jahre wurde die ehemalige Militärkantine als Gaststätte "Schießbahn" betrieben. Nach Aufllösung des Schießplatzes und der Anlage des Dornhaldenfriedhof (1974) standen die Gebäude teilweise leer.
Seit 2016 setzt sich der Verein "Garnisonsschützenhaus - Raum für Stille e.V." für den Erhalt und und die bürgerschaftliche Nutzung des denkmalgeschützten Ensembles ein.
Die Gebäude werden schrittweise saniert und zu einem Ort der Begegnung, Kultur, Natur und Gedenken entwickelt.
Das Garnisonsschützenhaus liegt direkt an bekannten Stuttgarter Wanderwegen, wie dem Rößleweg und dem Blaustrümpflerweg.
Nachkriegsbauten, ich werde das saudumme Geschwätz einer Bloggerin nie
vergessen.
HIER
Sodele, mein Freund hatte dann noch einen Termin in der Stadt und ist dann weitergeradelt.
Aber nun weiß ich, wo Eduard Mörike seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Ich habe das Grab noch nie gefunden, obwohl ich schon 1001 mal dran vorbeigelaufen bin.
Mörike
Sein Grab
Strahlt tiefe Ruhe
Schöne Gedichte laden ein
Nachdenken.
Ich denke immer darüber nach, dass Mörike zu Frauen ein gestörtes Verhältnis hatte. Nur mit seinem Freund Wilhelm Hartlaub verstand er sich und er hatte mit ihm auch einen intensiven Briefkontakt.
Wenn man recherchiert, dann findet man immer wieder neue Dinge, die man gar nicht wußte, so habe ich den Schriftsteller Felix Hartlaub gefunden.
Das hatte ich ja gestern in schwarz-weiß gezeigt.
Dort am Monrepos auf der Wiese gab es so viele von diesen Fruchständen
der Wilden Malve (Malva sylvestris).
Die scheibenförmige, in einzelne samengefüllte Kapseln (auch Käsepappel genannt)
zerfallende Sammelfrucht ist chrakteristisch für Malven.
Tour am 27. Oktober 2026
1.649 Höhenmeter
825 Climb
824 Downhill
4,00 Stunden Fahrzeit
Gesamtkalorien 2.204
Wetter: 10 Grad sonnig
Luftfeuchtigkeit: 77 %
Luftqualität 2
Quellen:
Stadt Stuttgart
Wikipedia und KI














































Kommentare:
AntwortenLöschenGuten Morgen Eva,
AntwortenLöschenes ist total irre, was du immer für Touren machst und was du an Wissenswertem mit nach Hause bringst.
Deine wunderbaren Posts, deine Floristik und vor allem deine Aktivität ist bewundernswert.
Mach weiter so, vor allem ist es so, dass du nichts Geschöntes herüberbringst, das brauchst du auch nicht.
MfG Wolfgang
Ich bins nochmals Wolfgang, was mir sehr gut gefällt, ist, dass du dich außerhalb des Mainstreams bewegst, also nicht in der Masse mitschwimmst. Sehr schön!
AntwortenLöschenMfG Wolfgang