Headerbild: Löwenzahn mit Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)
Viel zuviel Wert auf die Meinung anderer zu legen ist ein allgemein herrschender Irrwahn. *Arthur Schopenhauer*
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. *Kurt Tucholsky*

Man soll Frauen nichts erklären, man soll handeln. *Erich Maria Remarque*

Ein kommunistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert. *Alexander Solschenizyn*

Lieber aus ganzem Holz eine Feindschaft, als eine geleimte Freundschaft! *Friedrich Nietzsche*

Dumme Frauen werden mit gescheiten Männern fertig, aber es bedarf einer klugen Frau, um einen Dummkopf zu lenken. *Rudyard Kipling*

Die Glücklichen sind neugierig. *Friedrich Nietzsche*

Massaker von My Lai

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 Der Gefangene muß entwaffnet, durchsucht, festgenommen und bewacht werden, aber er muß auch die gesamte Zeit wie ein menschliches Wesen behandelt werden. Er darf nicht gequält, getötet , verstümmelt oder entwüdigt werden, selbst, wenn sich er sich weigert zu reden. Wenn die Gefangene eine Frau ist, so behandele sie mit allem Repekt der ihrem Geschlecht zusteht.

Regel Nr. 1 in The enemy in your hands
Ein Heft, das man amerikanischen Soldaten in die Hand drückte, bevor sie in den Vietnamkrieg zogen. 

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Das Schlachten begann um acht Uhr in der Früh. Ein alter Mann wurde das erste Opfer, er starb durch einen Bajonettstich in den Rücken. 
Den nächsten warfen die Soldaten in den Brunnen, eine Handgranate hinterher. Dann fielen die ersten Schüsse. Sie trafen zwanzig Frauen, die kniend vor einem Tempel beteten. Achtzig Personen, die man aus den mit Stroh bedeckten Hütten gezerrt hatte, standen auf dem Dorfplatz.

"Nicht Vietcong, nicht Vietcong!", riefen sie. "Du weißt, was du zu tun hast, wies Oberleutnant William Calley den Gefreien Paul Meadlo an. Als Calley nach
10 Minuten wiederkam, bewachte Meadlo die Gefangenen immer noch. "Was soll das?" schnauzte Calley, "Ich will sie tot sehen, Los!" Meadlo folgte dem Beispiel seines Vorgesetzten, beide schossen auf die Gruppe. Alles versank in Chaos, Geschrei, Blut. 

"Ich war vollkommen weggetreten", erzählte einer der Soldaten später, "ich hatte keine Ahnung mehr, was das Ziel war oder der Zweck. Ich habe einfach angefangen zu töten, auf jede erdenkliche Weise zu töten. Es kam eben über mich. Ich wußte nicht, dass ich so etwas in mir hatte."

Kaum einer widerstand diesem Rausch, aber es gab Ausnahmen. Der Hubschrauberpilot Hugh Thompson, der das Massaker aus der Luft sah, landete, zog neun noch lebende Menschen aus dem Entwässerungsgraben und brachte sie in ein Militärkrankenhaus. 

"Sie hatten die ganze Reihe an den Graben gestellt - so wie bei den Nazis.....Ein Offizier befahl, sie alle niederzumähen, aber der Soldat brachte es nicht über sich. Er warf die Maschinenpistole auf den Boden, Der Offizier hob sie auf und schoss selbst."

Wieder handelte es sich um William Calley. Er führte eine der beiden Einheiten der Charlie-Kompanie an, die den Feind in My Lai aufspüren sollten. "Sie konnten keinen netteren Jungen finden", sagte sein Anwalt. Das einzige, was man ihm "vielleicht" vorwerfen müsse, sei dass er seine Befehle "ein wenig zu eifrig" befolgt habe. 

Das Gemetzel dauerte fast vier Stunden. Gegen Mittag existierte May Lai nicht mehr. Die Häuser waren gesprengt, die Hütten abgebrannt worden, fünfhundertundvier Einwohner, vorwiegend Frauen, einige alte Männer, hundertfünfundsiebzig Kinder und sechshundersiebzig Säuglinge lagen tot über das ganze Dorf verstreut am Boden.
Oder aber sie starben gerade inmitten an ihren Verstümmelungen, Schuss- und Brandwunden. 

Die offizielle Bilanz, die am Abend des 16. März 1968 von den Militärs veröffentlicht wurde lautete hundertachtundzwanzig Verluste der gegenerischen, keine auf amerikanischer Seite. 

Die USA brauchten dringend einen Erfolg. Seit  mehr als drei Jahren kämpften sie in Südvietnam vergeblich gegen die oppositionelle FNL. (Front National de Liberation du Vietnam-Süd) den vom kommunistischen Norden unterstützen Vietcong. Der Süden sollte unter allen Umständen verteidigt werden, getreu der Dominotherorie.

 Gab man auch nur ein Land dem Kommunismus preis, würde sich über kurz oder lang ganz Südostasien dem Einfluß des Westens entziehen. Doch der Vietcong schien unbesiegbar - obwohl man die Truppen immer weiter verstärkt, mitttlerweile fünfhundertttausend amerikanische Sldaten nach Vietnam geschickt hatte. 

Als der Norden im Januar 1968 seine breit angelegte sogenannte "Tet-Offensive" auf die Städte des Südens startete, dachte Präsident Johnson zum ersten Mal laut über Friedensverhandlungen nach. 

Die Gefechte gingen weiter. Sie konzentrierten sich vor allem auf die Region Pinkville in der südvetnamesische Provinz Quang Ngai.
Hier vermuteten die USA die größte Hochburg des Vietcong. Monatelange Bomardements hatten die meisten Gebäude zerstört, hundervierzigtausend Einheimische obdachtlos gemacht - was nicht gerade zur vietnamesisch-amerikanischen Freundschaft beitrug, allerdings dem Vietcong dagegen reichlich Zulauf bescherte . Amerikanische Soldaten befanden sich in feindlichem Gebiet, im tiefen undurchdringlichen Dschungel, in einem Land, dessen Sprache und Mentalität sie nicht im mindesten verstanden, ja, das war ihnen zutiefst unheimlich. 

Der Gegner lauerte überall. Und jeder konnte ein Feind sein - auch, wenn er wie ein Zivilist aussah.
Unter den GIs sagte man:
"Alles was tot und nicht weiß ist, ist ein Vietcong."

Am 15. März 1968 schwor Ernest Medina, Chef der "Charlie-Kompanie", seine Männer auf ihren Einsastz in Pinkville ein. Der Feind sollte umstellt und vernichtet, das Vieh erschossen, die Brunnen vergiftet. My Lai völlig zerstört werden.

Nur, wer war der Feind? Er habe nie dazu aufgefordert, behauptete Medina vor dem Kriegsgericht, auch Frauen und Kinder zu töten. 
Ja, angefeuert habe er seinen Soldaten schon, schließlich sei ein Teil der Truppe am Tag vorher durch eine Landmine getötet oder aber schwer verletzt worden, ein gewisses Bedürfnis nach Rache können man nicht leugnen.

Aber Frauen und Kinder?

Niemals würde er einen solchen Verstoß gegen das Kriegsrecht dulden! Einige Soldaten, darunter auch Calley erzählten allerdings eine andere Version. 
Medina habe ihnen versichert, alle Zivilisten hätte My Lai verlassen. Wer sich dort noch aufhalte, gehöre zum Vietcong. Nie geklärt wurde auch, warum Medina, der als Teil der Nachhut erst gegen neun oder zehn Uhr in May Lai eintraf, das Masaker nicht beendete. Angeblich hatte er von gar nicht mitbekommen. 
Das Kriegsgericht ließ später die Lüge durchgehen und sprach Medina frei. 
 
Geich nach dem Morden in My Lai begann die große Vertuschungsaktion
Calley appellierte an den Kameradschaftsgeist, die wenigen Soldaten, die das Massaker erschütterte, wurden unter Druck gesetzt oder an neue Standorte verlegt. Trotzdem reichte Hugh Thompson eine Beschwerde ein, in der er die Soldaten der Kriegsverbrechen bezichtigte. Das Hauptquartier ordnete zwar eine Überprüfung an, der zuständige Offizier legte sich allerdings nicht arg ins Zeug. 
Ob wahllos getötet worden sei bei diesem Einsatz? Nein, hörte er. Und: Kein Kommentar. Aber es habe Tote unter den Zivilisten gegeben? Ja, etwas zwanzig bis achtundzwandzig. Okay, Fall erledigt.

Ohne Ronald Ridenhour wäre es vielleicht geglückt. May Lai totzuschweigen. Ridenhour, ebenfalls als Soldat in Vietnam, erfuhr zufällig von den Vorgängen in Pinkville und recherchierte auf eigene Faust. Gleich nach seiner Entlassung aus der Armee, im März 1969, schrieb er einen Bericht über das Massaker und schickte ihn an das Verteidigungs- und Außenministerium, den Präsidenten und mehrere Kongreßabgehordnete. In aller Stille leitete der Generalstab eine Untersuchung ein. 
 
Erst im November drang der Skandal an die Öffentlichkeit. Titelgeschichten in Times und Newsweek zwangen das Pentagon, eine unabhängige Kommission unter General William Peer einzusetzen, die nun, über Monate hinweg, fast vierhundert Zeugen befragte und dann empfahl, Dutzende von Soldaten wegen Vergewaltigung, Mord oder Vertuschung anzuklagen. Doch die meisten hatten Vietnam und die Armee inzwischen verlassen, genossen deswegen Immunität und durften nicht mehr vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Nur eine Hand voll Soldaten blieb übrig. Verurteilt wurde nur einer

William Calley,
der sich auf die Befehle Medinas berief.
"Worauf haben Sie gefeuert?", fragte das Gericht.
"Auf den Feind, Sir."
"Auf Menschen?"
"Auf den Feind Sir.."
"Waren es Männer?"
"Ich habe keinen Unterschied gemacht."
"Was meinen Sie damit?"
"Sie waren alle der Feind, sie mußten vernichtet werden, Sir."

Viele sahen in William Calley einen Helden. Das Gericht stand unter großem Druck. Erst nach dreizehntägiger Beratung sprach sie den Angeklagten schuldig.des Mordes an zweiundzwanzig Zivilisten. Das Kriegsgericht verurteilte ihn am 31. März 1971 zu lebenslanger Haft mit schwerer Arbeit.
Calley verbrachte nur dreieinhalb Jahre im Gefängnis. 1974 wurde er auf Ehrenwort entlassen. 1975 begnadigt. Von den hochrangigen Offizieren, die geholfen hatten, das Massaker zu vertuschen, mußte sich  nur ein einziger vor dem Kriegsgericht verantworten. 
Der Prozeß endete mit einem Freispruch. Dennoch setzte May Lai eine Zäsur. Zwei Wochen nach dem Urteil gegen Calley forderte erstmals eine Mehrheit der Amerkaner den Rückzug aus Vietnam.
 
Und noch 1991 schickten US-Kommandeure ihre Truppen mit der Ermahnung in den Golfkrieg.
"<Keine May Lai, ist das klar?"
 
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Überall, wo wir hinsahen, waren Leichen, Kinder, zwei-, drei, vier, fünfjährige Kinder, Frauen, sehr alte Männer, keine die im wehrfähigen Alter waren. Es können auch 100, 200 oder auch 500 Tote gewesen sein.
 
Wir sahen eine Frau., die verwundet war. Als wir über Funk Hilfe angefordert hatten, kam ein Soldast ging zu ihr rüber und stupste sie mit dem Fuß an und erschoss sie. 
Es ware der traurigste Tag meines Lebens. Ich konnte einfach nicht glauben, dass Menschen derart die Kontrolle verlieren. Und es gab Leute, die gesagt haben, dass sowas ständig passiert. Ich kann es nicht glauben. 
 
Der Helikopterpilot Hugh Thompson
über das May Lai-Massaker 
 
Buch:
Tim o´Brien:
Geheinisse und Lügen, Frankfurt 1998

Tiom o Brien
Going After Cacciato, New York 1999
 
Sehenswerte Filme
Apocalypse Now, Regie: Francis Ford Coppola mit Martin Sheen und Marlon Brando USA 1973  

Apocalypse Now Redux  USA 2001 


Hugh Thompson

 
 

Mehr als 200 Kriegsverbrechen haben die Amerikaner in Vietnam begangen. 

https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/vietnamkrieg-warum-das-massaker-von-my-lai-so-grausam-war-30175052.html 

 Der Vietnamkrieg eine Demonstration der Macht der Amerikaner. 

siehe hier

Geht nur als Link

Es lohnt sich, ihn anzuschauen. 

https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=film+l%C3%BCber+may+lai#fpstate=ive&vld=cid:63e6999b,vid:jLFAkmUdbog 

 

"Amerika zeigst der Welt deinen Sheriffstern"
Herbst Grönemeyer "Amerika" 

"Text"

 

 


 

Kommentare

  1. Hallo Eva,
    Gut das du auf diese Kriegsverbrechen des großen Weltpolizisten aufmerksam machst.
    Von Vietnam wird ja nicht gerne gesprochen.
    Gruß
    Hannelore

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