Massaker von My Lai
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Der Gefangene muß entwaffnet, durchsucht, festgenommen und bewacht werden, aber er muß auch die gesamte Zeit wie ein menschliches Wesen behandelt werden. Er darf nicht gequält, getötet , verstümmelt oder entwüdigt werden, selbst, wenn sich er sich weigert zu reden. Wenn die Gefangene eine Frau ist, so behandele sie mit allem Repekt der ihrem Geschlecht zusteht.
Regel Nr. 1 in The enemy in your hands
Ein Heft, das man amerikanischen Soldaten in die Hand drückte, bevor sie in den Vietnamkrieg zogen.
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Das Schlachten begann um acht Uhr in der Früh. Ein alter Mann wurde das erste Opfer, er starb durch einen Bajonettstich in den Rücken.
Den nächsten warfen die Soldaten in den Brunnen, eine Handgranate hinterher. Dann fielen die ersten Schüsse. Sie trafen zwanzig Frauen, die kniend vor einem Tempel beteten. Achtzig Personen, die man aus den mit Stroh bedeckten Hütten gezerrt hatte, standen auf dem Dorfplatz.
"Nicht Vietcong, nicht Vietcong!", riefen sie. "Du weißt, was du zu tun hast, wies Oberleutnant William Calley den Gefreien Paul Meadlo an. Als Calley nach
10 Minuten wiederkam, bewachte Meadlo die Gefangenen immer noch. "Was soll das?" schnauzte Calley, "Ich will sie tot sehen, Los!" Meadlo folgte dem Beispiel seines Vorgesetzten, beide schossen auf die Gruppe. Alles versank in Chaos, Geschrei, Blut.
"Ich war vollkommen weggetreten", erzählte einer der Soldaten später, "ich hatte keine Ahnung mehr, was das Ziel war oder der Zweck. Ich habe einfach angefangen zu töten, auf jede erdenkliche Weise zu töten. Es kam eben über mich. Ich wußte nicht, dass ich so etwas in mir hatte."
Kaum einer widerstand diesem Rausch, aber es gab Ausnahmen. Der Hubschrauberpilot Hugh Thompson, der das Massaker aus der Luft sah, landete, zog neun noch lebende Menschen aus dem Entwässerungsgraben und brachte sie in ein Militärkrankenhaus.
"Sie hatten die ganze Reihe an den Graben gestellt - so wie bei den Nazis.....Ein Offizier befahl, sie alle niederzumähen, aber der Soldat brachte es nicht über sich. Er warf die Maschinenpistole auf den Boden, Der Offizier hob sie auf und schoss selbst."
Wieder handelte es sich um William Calley. Er führte eine der beiden Einheiten der Charlie-Kompanie an, die den Feind in My Lai aufspüren sollten. "Sie konnten keinen netteren Jungen finden", sagte sein Anwalt. Das einzige, was man ihm "vielleicht" vorwerfen müsse, sei dass er seine Befehle "ein wenig zu eifrig" befolgt habe.
Das Gemetzel dauerte fast vier Stunden. Gegen Mittag existierte May Lai nicht mehr. Die Häuser waren gesprengt, die Hütten abgebrannt worden, fünfhundertundvier Einwohner, vorwiegend Frauen, einige alte Männer, hundertfünfundsiebzig Kinder und sechshundersiebzig Säuglinge lagen tot über das ganze Dorf verstreut am Boden.
Oder aber sie starben gerade inmitten an ihren Verstümmelungen, Schuss- und Brandwunden.
Die offizielle Bilanz, die am Abend des 16. März 1968 von den Militärs veröffentlicht wurde lautete hundertachtundzwanzig Verluste der gegenerischen, keine auf amerikanischer Seite.
Die USA brauchten dringend einen Erfolg. Seit mehr als drei Jahren kämpften sie in Südvietnam vergeblich gegen die oppositionelle FNL. (Front National de Liberation du Vietnam-Süd) den vom kommunistischen Norden unterstützen Vietcong. Der Süden sollte unter allen Umständen verteidigt werden, getreu der Dominotherorie.
Gab man auch nur ein Land dem Kommunismus preis, würde sich über kurz oder lang ganz Südostasien dem Einfluß des Westens entziehen. Doch der Vietcong schien unbesiegbar - obwohl man die Truppen immer weiter verstärkt, mitttlerweile fünfhundertttausend amerikanische Sldaten nach Vietnam geschickt hatte.
Als der Norden im Januar 1968 seine breit angelegte sogenannte "Tet-Offensive" auf die Städte des Südens startete, dachte Präsident Johnson zum ersten Mal laut über Friedensverhandlungen nach.
Die Gefechte gingen weiter. Sie konzentrierten sich vor allem auf die Region Pinkville in der südvetnamesische Provinz Quang Ngai.
Hier vermuteten die USA die größte Hochburg des Vietcong. Monatelange Bomardements hatten die meisten Gebäude zerstört, hundervierzigtausend Einheimische obdachtlos gemacht - was nicht gerade zur vietnamesisch-amerikanischen Freundschaft beitrug, allerdings dem Vietcong dagegen reichlich Zulauf bescherte . Amerikanische Soldaten befanden sich in feindlichem Gebiet, im tiefen undurchdringlichen Dschungel, in einem Land, dessen Sprache und Mentalität sie nicht im mindesten verstanden, ja, das war ihnen zutiefst unheimlich.
Der Gegner lauerte überall. Und jeder konnte ein Feind sein - auch, wenn er wie ein Zivilist aussah.
Unter den GIs sagte man: "Alles was tot und nicht weiß ist, ist ein Vietcong."
Nur, wer war der Feind? Er habe nie dazu aufgefordert, behauptete Medina vor dem Kriegsgericht, auch Frauen und Kinder zu töten.
Aber Frauen und Kinder?
Calley appellierte an den Kameradschaftsgeist, die wenigen Soldaten, die das Massaker erschütterte, wurden unter Druck gesetzt oder an neue Standorte verlegt. Trotzdem reichte Hugh Thompson eine Beschwerde ein, in der er die Soldaten der Kriegsverbrechen bezichtigte. Das Hauptquartier ordnete zwar eine Überprüfung an, der zuständige Offizier legte sich allerdings nicht arg ins Zeug.
"Auf Menschen?"
"Auf den Feind Sir.."
"Waren es Männer?"
"Ich habe keinen Unterschied gemacht."
"Was meinen Sie damit?"
"Sie waren alle der Feind, sie mußten vernichtet werden, Sir."
Viele sahen in William Calley einen Helden. Das Gericht stand unter großem Druck. Erst nach dreizehntägiger Beratung sprach sie den Angeklagten schuldig.des Mordes an zweiundzwanzig Zivilisten. Das Kriegsgericht verurteilte ihn am 31. März 1971 zu lebenslanger Haft mit schwerer Arbeit.
Es ware der traurigste Tag meines Lebens. Ich konnte einfach nicht glauben, dass Menschen derart die Kontrolle verlieren. Und es gab Leute, die gesagt haben, dass sowas ständig passiert. Ich kann es nicht glauben.
über das May Lai-Massaker
Tim o´Brien:
Geheinisse und Lügen, Frankfurt 1998
Tiom o Brien
Going After Cacciato, New York 1999
Apocalypse Now, Regie: Francis Ford Coppola mit Martin Sheen und Marlon Brando USA 1973
Apocalypse Now Redux USA 2001
Mehr als 200 Kriegsverbrechen haben die Amerikaner in Vietnam begangen.
Der Vietnamkrieg eine Demonstration der Macht der Amerikaner.
siehe hier
Geht nur als Link
Es lohnt sich, ihn anzuschauen.
"Amerika zeigst der Welt deinen Sheriffstern"
Herbst Grönemeyer "Amerika"











Kommentare:
AntwortenLöschenHallo Eva,
AntwortenLöschenGut das du auf diese Kriegsverbrechen des großen Weltpolizisten aufmerksam machst.
Von Vietnam wird ja nicht gerne gesprochen.
Gruß
Hannelore
Amerika, ein Land, das ich nie wieder betreten werde.
LöschenLG Eva