Villa Franck in Murrhardt
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Letzte Woche habe ich ein Tour nach Murrhardt unternommen.
Es ist ein hübsches Städtchen, das ich auf oft in meine Touren mit einbinde.
Hier werde ich noch öfters radeln und von dort Touren unternehmen.
Mit dem gelben Zug bin ich von Bietigheim über Stuttgart nach Murrhardt gefahren, habe einen netten jungen Mann getroffen, der mit seinen Freunden an diesem Tag eine Downhill-Tour von Winnenden aus, unternehmen wollte. Klasse Jungs, das kann ich sagen, nicht so das, was ich von den jungen Leuten heute kenne und keine Handys in der Hand.
Sie arbeiten als Fahrradmonteure, Landschaftsgärtner und Handwerker, ich finde das toll, es muß ja nicht jeder studieren. Handwerker braucht man und das Handwerk hat goldenen Boden.
Sie hatten sich gleich mal mein Rad unter die Lupe genommen. Jawoll, es hat eine sehr gute Ausstattung und ich würde nie mehr ein Rad kaufen, das das nicht hat.
Vom Bahnhof in Murrhardt bis zur Villa ist es nicht weit. Ich rate aber jedem hier mit dem Zug zu fahren, denn man kann die Villa nicht mit dem Auto erreichen. Es ist nicht weit vom Bahnhof, ca. 1 Kilometer und die Villa ist frei zugänglich.
Es gibt keine Parkplätze und man darf auch nicht zur Villa einfahren.
Wer kennt nicht den berühmten Caro Kaffee usw.
Meine Schwiegertochter hat den auch immer in Polen getrunken und kennt diese Packung auch.
Wer kennt nicht die Fabrik neben dem Ludwigsburger Bahnhof und den Geruch, nach Zichorie der zeitweise über der Stadt schwebte.
Zichorie, es ist die Wurzel aus der Gemeinen Wegwarte, die hier lange als Kaffee Alternation benutzt wurde.
Ich habe schon berichtet:
Johann Heinrich Franck war nach seiner Ausbildung Kaufmann und Zuckerbäcker.
In den Befreiungskriegen gelangte er nach Frankreich und erfuhr dort, dass sich Bohnenkaffee mit Zichorien verarbeiten lässt und er lernte dort auch einiges über die französische Kaffeezusatzindustrie.
Die Einfuhr englischer Kolonialwaren, wie Rohrzucker und Kaffee war durch die Kontinentalsperre verboten gewesen.
Franck kehrte nach Deutschland zurück und ließ sich 1822 in Vaihingen an der Enz als Kolonialwarenhändler nieder und begann mit der Herstellung von Zichorienkaffee und 1828 war es soweit, dass er mit der fabrikmäßigen Herstellung von Kaffeezusatz beginnen konnte. Die Nachfrage stieg und er verlagerte seinen Betrieb nach Ludwigsburg.
In Ludwigsburg schuf er 1868 und 1869 Neubauten direkt neben dem Bahnhof gelegen und eröffnete zusätzlich noch eine Niederlassung in Linz.
Der Erste Weltkrieg brach aus und zu dieser Zeit war das Unternehmen das größter dieser Art. Es gab Verluste, die wurden aber wieder ausgeglichten.
1944 wurde fussioniert und unter dem Namen Franck und Kathreiner kenne ich diese Firma auch noch.
Und die Werbung kann ich heute noch singen:
Wir hatten zwar keinen Fernseher, aber die Nachbarn in der Olgastraße. Das war ein Kinderarzt mit Familie und die hatten einen Fernseher. Mit dem Bernhard, das war der Jüngste, habe ich immer gespielt. Hier könnte ich auch ein Buch schreiben.
Aber der Lindeskaffee und das Lied bleibt mir immer in Erinnerung.
"Ja der Lindes, Lindes, Lindes, ja der schmeckt!"
Die Zeit verging und man fussioniert und viele andere Firmen übernahmen die Firma, wie z.B. Nestle. Das Werk in Ludwigsburg schloss zum Jahresende 2018.
Das Gebäude wurde von der Stadt Ludwigsburg übernommen und für das Publikum geöffnet.
Ich möchte hier schon lange mal hingehen, bislang hat es mir nicht gereicht, aber bald, denn ich stelle es mir schon interessant vor.
Sodele, warum schreibe ich das:
Weil in Murrhardt eine Villa steht, die von den Architekten Georg Stähelin und Paul Schmohl (diese Architekten sind mir wohl bekannt) als Sommerresidenz für den Industriellen Robert Franck entworfen und 1907 bezogen wurde. Robert Franck leitete das Unternehmen, das von seinem Großvater Johann Heinrich Franck gegründet wurde und mit seiner großzügigen Parkanlage heute unter Denkmalschutz steht.
Es ist eine Villa in allerfeinstem Jugenstil, den ich sehr mag.
Aber und das ist schade. Die Villa verfällt und sie ist nicht mehr zu unterhalten, die Stadt Murrhardt könnte sie erhalten, aber dann hat sie für andere Dinge kein Geld.
Patrick Siben, der Chef der Stuttgarter Saloniker, mit dem ich am Telefon ausgemacht hatte, dass ich kommen werde, hatte es leider nicht geschafft vor Ort zu sein.
Patrick Siben erklärt hier:
Es ist natürlich schade, denn ich habe durch die Fenster geschaut, es ist allerfeinster Jugendstil.
Herr Siben hat mit viel Ideenreichtum und Liebe diese Villa versucht zu erhalten.
Schon die Brunnenanlage ist so wunderschön und reinster Jugenstil.
Er steckte viel Geld in die Villa, aber es ist nicht zu schaffen und ich habe es gesehen, diese Villa ist in einem derart desolaten Zustand.
Eine Instandsetzung würde Millionen kosten. Ich muß mal sehen, vielleicht kann man hier eine Art "Freunde der Villa Franck" gründen. Es wäre schade, wenn diese wunderbare Villa noch mehr aus den Fugen geraten würde.
Für alles mögliche hat man Geld, aber für so viele Gebäude eben nicht.
HIER gibt es einen Bericht von der Backnanger Zeitung dazu.
sowie HIER
Als ich so durch die Anlage gegangen bin, habe ich mir so gedacht, was es wohl für glanzvolle Zeiten waren, die die Francks hier hatten.
Der Rolladen ist bestimmt noch aus der Anfangszeit der Villa.
Ein Blick durch das Fenster, reiner Jugendstil, vor allem die Stühle, die hatte meine Oma auch, sie hat ja erst 1904 geheiratet, da war meine Mutter schon unterwegs.
Ich denke, er wandert, wenn er mal im Ruhestand ist auch dorthin aus.
Die Aussicht ist überwältigend. Zu der Zeit, als die Familie Franck hier gewohnt hat, war das alles noch nicht bebaut.
Noch etwas sehr interessantes:
Hochzeit Dorle Zügel, sie war die Enkelin von Robert Franck.
Hier sieht man doch einiges und auch interessantes.
Der Film ist so gut gemacht. Vielen Dank dafür.
Auftritte der Stuttgarter Saloniker:
Nach dem Besuch der Villa bin ich noch kurz zu dem Wachturm Römerschanze geradelt, der am Obergermanischen Limes zwischen Murrhardt und Mainhardt liegt.
Ich habe den Wachturm nicht gleich gefunden und bin nach oben geradelt, habe das Rad am Weg stehenlassen und bin durch das Gestrüpp gestapft. Dabei noch an einem Gewirr hängengeblieben und gottseidank nicht hingefallen.
Da lag er dann der Wachturm, als ich wieder hinabgefahren bin, habe ich festgestellt, dass ich es hätte auch einfacher haben können, wenn ich den Weg nach links nicht übersehen hätte. Der führt nämlich geradewegs zum Wachturm.
Aber wie sagte meine Oma immer. "Warum einfach, wenn man es umständlich haben kann!"
Mein Weg führte mich teilweise direkt an der Murr entlang,
wieder in Richtung Heimat über Sulzbach an der Murr, dort gibt es ein Schloß
und Oppenweiler auch hier gibt es ein Schloß
HIER
Nun will ich ja nicht mehr klagen.
Man kann auch fem Foto sehen, was sich immer alles auf den Pflanzen tummelt.
Leider achte ich viel zu wenig drauf, mir gruselt es auch ein bisschen vor Käfern.
Interessanterweise kam ich auch wieder mal zu Königin Olga von Württemberg,
und zum Staigacker, hier gibt es heute ein Pflegeheim, das sehr schön liegt und zur Stadt Backnang gehört.
Dieses Heim wurde von Königin Olga von Württemberg gegründet.
War ich auch schon auf einer anderen Tour.
Die Geschichte des Staigäcker
HIER
Hier gibt es auch noch eine Burg, die auch sehr interessant ist und auch eine uralte Schloßkapelle die Burg Reichenberg hat.
Unterwegs gab es noch Esel, schöne Gärten und auch schöne Blumen.
Meistens gings an der Murr entlang.
In einem Garten bin ich noch hängengeblieben, hier wächst der Diptam, eine sehr schöne Pflanze, die es in sich hat und es wachsen Kiwis am Haus entlang.
Diptam, eine sehr interessante Pflanze.

Sogar ein Erdbeerfeld gab es und die Erdbeeren lachten mich an.
Ich kämpfte mit mir und mopste eine große Erdbeere, die schmeckte himmlisch und gerade so, wie die Erdbeeren, die ich in Hochdorf bei Hagdorn gekauft habe.
Es ist halt doch besser, Gemüse und Obst beim Erzeuger zu kaufen.
Ich sage mir, auch, wenn es teuer ist, weniger und es schmeckt, als diese Erdbeeren aus dem Supermarkt.
Die Hausherrin kam heraus und präsentierte mir ihren Garten, der von eine riesigen frei stehenden Haus umgeben war und freute sich so, dass ich mich dafür interessiere. Sie ist 83 Jahre alt und bewirtschaftet noch ihren Garten selbst. Alle Achtung.
In Steinheim an der Murr gab es mal eine tolle Eisdiele, hier wird gebaut und die Eisdiele ist weg. Dafür gibt esnun eine Eisdiele, die von jungen Herren bewirtschaftet wird, im ehemaligen Bahnhofsgebäude der Bottwartalbahn in Steinheim an der Murr. Ich kann nur sagen, es lohnt sich, hier Station zu machen.
Ich habe einen Latte und einen derartige guten Erdbeereisbecher gegessen.
Heimwärts bin ich über Murr an der Murr geradelt und wollte noch den Katz und Maus Brunnen von Jürgen Goertz anschauen. Leider war hier eine Feier, ich habe nicht groß gefragt, irgendwie müssen die Jungs einen Sieg im Fußball davongetragen haben. Da war die Hölle los, aber Brunnen lohnt sich mit Sicherheit.
Ich gehe hier aber noch mal hin, denn der Brunnen ist klasse und binde den auf einer anderen Tour ein.
Jetzt werde ich nächste Woche eine Tour ab Pforzheim radeln, da bin ich gespannt, was ich hier zusammentragen werde und obs nicht regnet, es sieht aber tatsächlich nicht gut aus und für diese Tour sollte ich schönes Wetter haben.
Beim Storchennest bin ich noch vorbeigeradelt, da war gerade der Storch zugange, die Kleinen und noch einen Storch habe ich nicht gesehen.
Ich weiß es ist wieder mal ein reichlich langatmiger Post, aber man muß nicht lesen, geschweige denn, ihn anschauen.
Allerdings muß auch hier im Blog nicht meine Befindlichkeiten schildern oder gar einen Post über das Altern schreiben.
Das ist auch nicht mein Ding.
Wir altern von Geburt an und ich verheimliche mein Alter auch nicht. Im Gegenteil, ich freue mich immer wieder, wenn den Leuten die Kinnlade herunterklappt und sie es nicht glauben wie alt ich bin.
😜
Ich möchte diese Woche möglichst noch alle Posts, die ich hier habe veröffentlichen, sonst kommt halt auch was in der Blogpause.
Es ist MEIN Blog und ich lege meine Radtouren so, dass ich möglichst viel mitbekomme, deshalb radele ich hier auch alleine.
Leider hatte ich an diesem Tag nur 11 Grad auf dem Fahrrad und ich war zu leicht angezogen und habe deshalb immer ein wenig gefroren. Ich hatte mit höheren Temperaturen gerechnet.
Noch etwas ich mache all das ohne Auto.
Nur mit dem Rad und mit dem Zug und das geht wunderbar.
Wenn es manchmal auch stressig ist.
Aber man wächst in seinen Aufgaben.
Zusammenfassung:
Tour am 24.05.2025
60 Kilometer
3,5 Stunden
1.412 Höhenmeter
695 Climb
715 Downhill
2.230 Gesamtkalorien KCAL
Temperatur 11 Grad
Luftfeuchtigkeit: 55 %
Luftqualität: 2






















































































Kommentare:
AntwortenLöschenJa, ich freue mich auch immer, wenn ich junge Leute treffe, denen nicht sozusagen das Handy an der Hand oder am Ohr festgewachsen zu sein scheint, sondern die sportlich sind und nicht nur am PC hocken. Die wird es auch immer geben, hoffe ich. Hatte ich in meinen Klassen jedenfalls auch öfter.
AntwortenLöschenVielen Dank für Deinen Link und die interessanten Hinweise zur Loge, damit hatte ich mich bisher noch nicht näher beschäftigt. Man lernt eben immer dazu.
Ach so, ich wohne in der Nähe von Leipzig.
Jetzt geht es erst mal an die Gartenarbeit, habe 1.500 qm zu bewirtschaften.
Herzliche Grüße
Kerstin
Hallo Eva,
AntwortenLöschenSchade, daß die alte Villa verfällt und vielleicht findet sich ein Investor.
Die Fabrik in Ludwigsburg kann ich ja auch nicht kennen und damit auch nicht den Geruch😉.
Caro kenne ich, allerdings noch nie getrunken soweit ich mich erinnere.
Wir haben in der Nähe einer Brotfabrik (Rheinbrot später Kronenbrot) gewohnt und dann roch es schon mal nach Teilchen und Brot.
Und in der Nähe gibt's auch eine Brauerei, wenn wir diese riechen konnten, dann gab es Regen.
Doch es gibt noch junge Menschen die nicht nur Handy schauen, letztens sogar mit Buch in der Hand.
Es geht soviel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, man muss es wollen und ausprobieren.
Ein Leben ohne Auto ist möglich.
Gruß
Hannelore
Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
AntwortenLöschenMan muß hier einiges hineinstecken und Denkmalschutz ist so eine Sache.
Da gibt es strenge Auflagen, die nicht leicht zu erfüllen sind. Ich habe damit zu tun gehabt und habe mich manchmal gewundert, was die Leute, die sowas festlegen, denken.
Dass jeder den Geruch kennt, damit habe ich die Ludwigsburger und die Leute gemeint, die in der Umgehend wohnen oder gewohnt habe, das hat schon ordentlich gestunken.
Sowie in Gaisburg in Stuttgart der Koks, wenn der im Gaswerk gelöscht wurde. Alles erlebt und mitgemacht, da kam dann der berühmte Gaisburger Regen.
HIer habe ich darüber berichtet.
https://schwabenfrau.blogspot.com/2019/06/kate-schaller-herlin-und-die-gaisburger.html
Die "alten" Stuttgarter kennen das alles noch und es gibt in Stuttgart soviel, was manche gar nicht wissen.
Ich bin aber dran, das zu erkunden.
Naja, es ist schon bequemer ein Auto zu haben und einfach davonzufahren.
Ich z.B. kann nicht mehr nach Hochdorf und auf das Blumenfeld. ABER, da habe ich mich schon erkundigt, es gibt das Stadtmobil und das kann man dann mieten, wenn man es vorher bucht.
Kostet zwar auch was, aber nicht soviel, wie ein Auto in der Unterhaltung kostet und wenn es bei mir nur in der Garage steht.
Ich mache alles mit Rad oder mit dem Bus, dem Zug oder der s-Bahn.
Man muß sich allerdings schon umstellen, aber noch bin ich ja nicht in dem Alter, dass ich das nicht könnte.
So ich komme hier nicht weiter und habe aber auch keine Lust.
Halte mir die Daumen, dass es morgen nicht regnet, ich will auf das Rad und an den Rhein.
LG Eva
Das war mir schon klar, dass du die Ludwigsburger meintest, daher auch das Smiley.
LöschenEin Auto habe ich noch nie gehabt und fahre seit 1982 mit den öffentlichen,
es hat sich sehr viel im Positiven verändert.