Geh' in dich, nimm dein Ende wahr! Wirst nicht noch einmal hundert Jahr. *Mörike* Der alte Turmhahn

»Ich glaube, eine Frau kann viel leichter bei einem Mann etwas erreichen, wenn sie einen runden Busen hat. Deshalb habe ich mir vorgenommen, mir morgen vier Taschentücher in den Ausschnitt zu stopfen...« Annemarie Selinko "Desiree"
Gottes schönste Gabe ist und bleibt der Schwabe
Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden. *René Descartes*

Lady Macbeth von Mzensk (Katarina Ismailowa) von Dmitrij Schostakowitsch

 Werbung

 

Die Staatsoper Stuttgart nimmt ab November die Oper

Lady Macbeth von Mzensk

in ihr Programm auf. Der Vorverkauf beginn im Juli 2026 und ich möchte gerne in diese Oper gehen. 

Von diesem Komponisten habe ich schon zwei Werke gezeigt, 

die 7. Symphonie die Leningrader

und

Der Fall von Berlin 

Aber er hat ja auch die Jazz-Suiten geschrieben. Die kennen bestimmt sehr viele, denn sie sind immer wieder mal als Hintergrundmusik zu hören. 

HIER  

Bei Schostakowitsch muß man sich reinhören und auch die Geschichte zur Musik lesen und vor allem muß man sich das erarbeiten. 
Das ist nicht einfach Unterhaltungsmusik.

 

Der Text dieser Oper stammt von Arkadij Preiss und dem Komponisten nach der gleichnamigen Erzählung von Nikolaj Leskow. Uraufführung war am 
22. Januar 1934 in Leningrad. im Malij-Theater. Uraufführung der 2. Fassung 1963 in Moskau im Stanislawskij-Nemirowitz-Dantschenko-Theater. 

Die Erzählung des großen russischen Dichters Nikolaj Semjonowitsch Leskow, der vor allem durch seine Legenden, seine Romanchronik "Die Klerisei" und den Roman "Ohne Ausweg" weiterlebt, zitiert beziehungsreich Shakespeare im Titel.

Ihr liegt ein wahres Geschehen zugrunde. 

Die Handlung dieser Oper kann man wie immer HIER lesen. 

Ich werde wieder über die Entstehung schreiben. 

Die Stellung der Frau in der nachrevolutionären Gesellschaft, nach Ablösung der patriarchalischen Systeme der Zarenzeit, war ein Thema, das auch die russischen Künstler seit den 1920er Jahren bewegte. So plante Schostakowitsch seine auf Leskows Novelle basierende Oper als Auftakt zu einer Trilogie über die Befreiung der Frau. Von Anfang an standen sein Bemühen, Katerina Ismailowa als nahezu heldisches Opfer darzustellen, und Leskows Intentionen gegeneinander: "Ich habe mich bemüht, Katerina Lwonwna als positive, das Mitgefühl des Zuschauers verdienende Person zu behandeln", sagte der Komponist 1935. Und: "Dieses Mitgefühl hervorzurufen ist nicht so einfach: Katerina verübt eine Reihe von Verbrechen, die mit Moral und Ethik nicht zu vereinbaren sind. 

Leskow zeichnet Katerina Lwowna als ein sehr wildes Weib, das weil es "der Hafer sticht" den Mord, nach der Meinung Leskows, an unschuldigen Menschen begeht. Ich aber möchte die Begebenheiten nicht auf diese Art erklären: Katerina Lwowna ist eine kluge, begabte und schöne Frau. Durch die schweren, bedrückenden Bedinungen, denen das Leben sie unterworfen hat, durch die Einkreisungen im bararischen, habgierigen und kleinlichen Kaufannsmilieu wird ihr Leben freundlos, uninteressant düster".

Das Libretto folgt aber Leskow, "ausgenommen den 3. Akt, der sich zugunsten eines stärker ausgeprägten sozialen Gehalts ein wenig von Leskow unterscheidet. Eingefügt wurde eine Szene auf der Polizei, weggelassen die Ermordung des Neffen der Katerina".

Schostakowitsch hatte großen Erfolg mit diesem Werk. Bereits 1935 wurde Lady Macbeth von Mzensk im Moskauer Bolschoi Theater, 1936 in Cleveland, New York, Prag und Zürich gespielt. Nachdem Josef Stalin sein Mißfallen über die Oper geäußert hatte, begann eine Hetzkampagne gegen Schostakowitsch. Sie gipfelte in einem "Chaos statt Musik" überschriebenen Artikel in der "Prawda" vom 26.01.1936, hier wurde seine Musik als Getöse, Geknisch, Gekreisch und Kakophonie abgeurteilt. 

1958 entschloß sich Schostakowitsch zu einer Revision, die 1963 in Moskau als Katerina Ismailowna uraufgeführt wurde. Durch Eingriffe in den Text milderte er die Schilderung der sexuellen Besessenheit Katerinas, drastische Anspielungen und Frivolitäten, außerdem wurden die herschesten Harmonien und Dissonanzen geglättet. 1959 fand in Düsseldorf die Deutsche Erstaufführung der Erstfassung statt, die sich nach Vorlegen einer revidierten Ausgabe /1979 weitgehend durchgesetzt hat. 

In seiner durch und durch unromantischen nicht beschönigenden Schilderung des öden Lebens in der russischen Provinz gelang Schostakowitsch eine unerbittlich realistische Darstellung von sexueller Begierde (z.B. die 124 später gestrichenen Takte der Liebesszene im 3. Bild), von physischer Gewalt (brutal ausgeleuchtete Mordsequenzen, Schlägereien und das Auspeitschen Sergejs) und psychischer Gefangenschaft. 



Schostakowitsch erhob hier die Collage aus verschiedensten musikalischen Strukturen, aus klassizistischen Formen wie der Passacaglia, aus Tänzen wie Walzer, Marsch, Polka, Galopp, aus sentimentalen Romanzen und knappen  Songs oder grell dissonanten Orchesterkommentaren zum Stilprinzip. Aus solchen Elementen wurde Lady Macbeth von Mzensk zu einem der aufregendsten Werke des Musiktheaters des 20. Jahrhundert. 




 

Gesungen wird das Werk in russischer Originalsprache. 

 Trailer der Oper Berlin


 

Ich bin schon sehr gespannt, ABER, es wird nicht einfach werden. 

Man muß sich vorher schon mit dieser Oper beschäftigen.  

----------------------------------

Ich sattele jetzt gleich mein Rad und dann gehts in Richtung Stuttgart. Dort treffen wir uns mit den Radlern. 

Mal sehen, wohin heute die Reise geht. 

Da es morgen regnen soll, immerhin 90 % kommt Besuch und es gibt einen Erdbeerkuchen. Ein neues Rezept. 

Morgen zeige ich dann die vorvorletzte Radtour.

Quelle: Knaurs Opernführer   




Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Laut DSGVO bin ich verpflichtet, dich darauf hinzuweisen, was mit deinen Daten passiert, die du hier in den Kommentarfeldern hinterlässt. Bitte beachte dazu die Datenschutzhinweise die du oben in der Startseite findest.

Kommentare, die nichts mit dem jeweiligen Post zu tun haben, lasse ich nicht mehr zu.