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Für gewöhnlich handelt es sich bei Traumfrauen um eine optische Täuschung. *Peter Ustinov*

Die Glücklichen sind neugierig. *Friedrich Nietzsche*

Das Champagnerlied (Der weiße d ´Andrade) Tagesbild

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Letzte Woche war ich in der Liebermann-Ausstellung in Baden-Baden. Ich mußte mich beeilen, denn die Ausstellung geht nur noch bis zum 7. Februar 2026. 

Wie es halt so kommt, hatte ich dann in dieser Woche zwei große Ausstellungen.
Baden-Baden wollte ich hinter mich bringen, denn, wenn das Wetter schön ist, gehe ich zum Radeln und nicht in das Museum. Es sei denn, es ist schon gebucht, wie Wiesbaden bei der VHS. 

DAS alles muß man aber erst mal verarbeiten und das mache ich in meinen Posts. 
 

Heute geht es aber erst mal zur Ausstellung in Baden-Baden im Frieder Burda Haus. 
Genau hier habe ich ja letztes Jahr auch eine Ausstellung 

Poesie des LIchts über den Künstler Richard Pousette-Dart. 

besucht. Jede Ausstellung im Frieder Burda Haus ist empfehlenswert. Die nächste steht schon an. 

Über die Liebermann-Ausstellung berichte ich noch extra. Auf jeden Fall war ich von dieser Ausstellung, in der ich insgesamt vier Stunden verbracht habe, begeistert. 

Ich gehe jetzt aber nicht direkt auf Max Liebermann ein (er kommt noch und auch die Frauen kommen nicht zu kurz. Es folgt hier auch noch ein Post über eine doch leider unbekannte 
Malerin), sondern gehe jetzt erst zu einem Künstler, mit dem er viel zusammengearbeitet hat und auch die Zeit des Impressionismus geprägt hat. Da kommt noch einiges, über das ich berichten werde. 

Max Slevogt

 

 Warum mache ich das so:

Weil, als ich die Ausstellung betreten habe, als Eingangsbild 

Das Champagnerlied 

an der Wand hing. 

Das Bild hat eine Größe von 215 x 160 cm, Rechts unten signiert 
"Slevogt 1902"

1904 hat es die Staatsgalerie Stuttgart vom Künstler erworben. 

Öl auf Leinwand

Es ist ein Bild, vor dem man staunend steht. 
Ich könnte es - schon immer - stundenlang ansehen und entdecke immer wieder andere Detaills.



Das Bild wurde, weil es als Höhepunkt des Impressionismus angesehen wird, hier von der Staatsgalerie an das Frieder Burda Museum ausgeliehen. Das Bild hat, das mir schon als Jugendliche bei einem Besuch mit der Schule aufgefallen, eine große Ausstrahlung und ich schaue es mir jedesmal an, wenn ich in der Staatsgalerie in Stuttgart bin. 
Ich staune jedes Mal. 

 Am 8. Oktober 1868 in Landshut (Bayern) geboren, verbringt Max Slevogt seine Jugendjahre in Würzburg und wird 1885 Schüler der Münchener Adademie unter Wilhelm Diez. 1889 Aufenthalt in Paris und Reise nach Italien. Bekanntschaft mit Trübner, 1892 erste Ausstellung von fünf Bildern in München. 1898 Reise mit dem Kunsthistoriker Karl Voll nach Holland. 
Holland ist für den Impressionismus auch von Bedeutung. Davon dann aber bei einem späteren Post. 

Erste Zeichnungen für die "Jugend" und den "Simplizissimus", 1901 Übersiedlung nach Berlin und mit "Ali Baba" Beginn der großen Illustrationszyklen für seinen Verleger-Freund Bruno Cassirer. 1912 Fresken in Neu-Kladow, 1913/14 Ägyptenreise, 1917 Professur an der Berliner Akademie. 1924 Fresken in Neu-Kastel (Pfalz)  und Bühnenbilder zu Mozarts Don Giovanni für die Dresdner Staatsoper. 1927 Wandbilder im Bremer Ratskeller, 1928 im Berliner Kindl-Bräu. Golgatha-Fresko in der Friedenskirche in Ludwigshafen. 

Er stirbt am 30.Dezember 1932  auf seinem Besitz in Neu-Kastel.

Ich habe das Bild schon einmal gezeigt, als ich die Oper Don Giovanni vorgestellt habe. 

 Als Max Slevogt 1902 seinen weißen d´Andrade ausstellte, wurde das Bild als ein Höhepunkt des deutschen Impressionismus gefeiert. Also zu einer Zeit, da van Gogh, Gauguin und Seurat, als die "Nabis" unter Bonnard und Vuillard die impressionistischen Errungenschaften längst ihres alleinseligmachenden Zaubers entkleidet hatten und die Expressionisten der "Brücke" und der "Fauves" bereit standen, die letzten Konsequenzen aus der Überwindung des impressionistischen Weltbildes zu ziehen. 

Strahlend wie ein Phönix aus der Asche und doch, im Hinblick auf die gesamteuropäische Situation, wie ein Anachronismus, taucht Slevogts d´Andrade an der Schwelle des Jahrhunderts auf. 

Slevogt kannte den Bariton Francisco d´Andrade ( 1859-1921) bereits aus seiner Münchner Zeit  als er nach seiner auf Betreiben Liebermanns erfolgten Übersiedlung nach Berlin im Herbst 1901 mit dem Phänomen des gefeierten Mozartsängers erneut konfrontiert wurde. Nichts lag näher, als für die Ausstellung der Berliner Secession, die am 26. April 1902 eröffnet wurde, den Liebling des Publikums mit den neu erworbenen malerischen Fähigkeiten zu konterfeien und damit auch die hochgespannten Erwartungen der Berliner Kunstfreunde auf ein besonderes Ereignis zu befriedigen. 

Das Bild fand bei seiner Ausstellung in der Berliner Secession ungeteilten Beifall und höchstes Lob, und gelangte dann zwei Jahre später in den Besitz der Stuttgarter Galerie, deren Wahrzeichen es neben Feuerbachs "Iphigenie" für Jahrzehnte geblieben ist. 

Der Großvater von dem Maler Anselm Feuerbach ist der 
aus Ansbach stammende Kriminologe und Jurist Anselm von Feuerbach. Der Großvater des Malers machte sich einen Namen durch seine Mitarbeit am bayerischen Strafgesetzbuch. Bis heute ist er eng mit dem Fall Kasper Hauser verbunden, für den er die Fürsorge übernahm und dessen Fall er juristisch untersuchte.

Berichtet habe ich HIER darüber: 

So spontan Stellung, Gestik und Mimik des Slevogtschen Bildes im ersten Augenblick anmuten, so sehr spürt man bei längerer Betrachtung das Bemühen um eine bis ins einzelne überdachte Komposition der Figur in dem umgebenden Raum. Die Zeichnung ist stark ausgeprägt, die Stellung der Beine fast klassisch, die Bühenarchitektur und die Kullissenrequisiten stützen und unterstreichen die Porträthaftigkeit.  All diese Elemente belegen den Abstand vom französischen Impressionismus, wenngleich die aufgelockerte Palette mit ihrem vielen Weiß und den schimmenden Zwischentönen beweist, dass sich der Maler dieser Farbmittel wohl zu bedienen weiß. Slevogt selbst hat sich deutlich zum Impressionismus bekannt mit der persönlichen Einschränkung, dass er wie er schreibt, 

"überhaupt nicht annehme, daß ein Menschenauge nur "sieht". Das Auge ist kein Instrument, kein Spiegel - es ist eine lebendige Weiterleitung in unseren Organismus."  


Hugo von Tschudi versuchte verzweifelt dieses Bild für die Nationalgalerie zu bekommen. 
Sein Leben ist auch eine ganz besondere Geschichte.  

Nein, es wird weiter in Stuttgart zu finden sein. Allerdings wird die Staatsgalerie demnächst renoviert, wie das alles verläuft, ist noch nicht bekannt. 

Verschiedene Gemälde werden auch in umliegende Museen ausgelagert. 

Aber auch hier lohnt sich immer wieder ein Besuch. 

Quelle: Frieder Burda-Museum Baden-Baden 

 Impressionismus gibt es auch in der Musik.

Die Hauptvertreter sind Claude Debussy und Maurice Ravel.


Claude Debussy

Eines meiner Lieblingsstücke 

Prélude à l’après-midi d’un faune


 

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Anmerkung: 

Wenn man vieles so liest und wie das alles so zusammenhängt, könnte man verrückt werden. Da kommt eines zum anderen. Aber dadurch, dass ich das alles auch veröffentliche und auch schreibe, lerne ich doch noch vieles dazu.  

Es ist mir tatsächlich lieber, als Kleider zu nähen, die ich teilweise furchtbar finde oder Socken zu stricken. Aber jeder sieht es eben anders. 

Für Kunst interessieren sich eben nur ganz bestimmte Menschen. Das habe ich bei meinen Besuchen in den Museen erlebt und mich hier wunderbar unterhalten, das kann man auch mit meiner Schwester, die auch sehr interessiert ist. 
Sie kann zwar nicht mehr so gut gehen, aber der Kopf ist immer noch interessiert, allerding auch sehr starrsinnig.

 

 

 

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